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Panorama Müllentsorgung bleibt Problem: Frühjahrsputz an Straßen
Mehr Hessen Panorama Müllentsorgung bleibt Problem: Frühjahrsputz an Straßen
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05:56 15.03.2019
Mitarbeiter der Autobahnmeisterei sammeln an der Autobahnraststätte mit einer Greifzange Müll. Quelle: Sebastian Kahnert/Archiv
Wiesbaden/Frankfurt

Auf viele Mitarbeiter der Autobahn- und Straßenmeistereien in Hessen wartet in diesen Tagen wieder ein schmutziger Job: Zum Start ins Frühjahr befreit die Landesbehörde Hessen Mobil Straßenränder, Park- und Rastplätze, Grünstreifen, Böschungen und Ab- und Auffahrten von Müll. Gefunden wird dabei fast alles - von Fast-Food-Verpackungen über Autoreifen und Ölkanister bis hin zu Hundekot in Plastiktüten und Kühlschränken. "Die illegale Müllentsorgung ist ein Problem. Es ist uns ein Anliegen, dass umgedacht wird", sagte eine Sprecherin von Hessen Mobil der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden.

Die Beseitigung solcher Abfälle ist aufwendig und kostet viel Geld: Um die rund 10 000 Tonnen Abfall, die zuletzt an Straßen und auf Rastplätzen Jahr für Jahr anfielen, zu bewältigen, müsse Hessen Mobil inzwischen jährlich etwa drei Millionen Euro aufwenden. Den Großteil erledigen dabei Fremdfirmen. Alleine die eigenen Beschäftigten der Landesbehörde leisteten bei der Reinigung der Straßen im vergangenen Jahr nach Angaben der Sprecherin rund 24 800 Arbeitsstunden. Auch für dieses Jahr sieht sie keine große Entlastung: "Es gibt bislang keine Veränderung zu den Vorjahren", sagt die Sprecherin.

Zu den Hotspots gehörten dabei etwa die Autobahnauf- und -ausfahrten. Das dürfte daran liegen, dass die schnelle Fahrt auf der Autobahn das Ex und Hopp aus dem Autofenster eher schwierig macht. Sobald die Autobahn dann aber verlassen werde, öffnen manche Fahrer kurzerhand ihr Fenster, um beispielsweise Essensverpackungen und Getränkedosen achtlos hinauszuwerfen. Auch andere verkehrsreiche Stellen, an denen eher langsam gefahren wird, wie etwa größere Kreuzungen, verführen Autofahrer immer wieder dazu, sich auf diese Weise ihrer Abfälle zu entledigen.

Manchmal schadet das wilde Wegwerfen derweil nicht nur der Umwelt, sondern kann auch gefährlich werden. So bestand im trockenen und heißen Sommer 2018 teils akute Brandgefahr, wenn Autofahrer noch glimmende Zigarettenkippen einfach im Vorbeifahren entsorgten, wie die Sprecherin von Hessen Mobil sagte. Die Straßenverkehrsbehörde ist für die Müllbeseitigung an rund 12 700 Kilometern Straße zuständig, darunter etwa 1000 Kilometer Autobahn sowie 2500 Kilometer Bundesstraße, 5600 Kilometer Landesstraße und 3600 Kilometer Kreisstraße - jeweils außerhalb der Ortschaften. Außerdem beseitigen die Mitarbeiter auf insgesamt rund 200 Anlagen wie etwa Parkplätzen mit WC sowie Tank- und Rastanlagen den Abfall. Das Großreinemachen im Frühjahr dauert bis in den Mai hinein.

Dass die Menge des wild entsorgten Abfalls trotz aller Aufrufe seit Jahren mehr oder weniger stagniert, führt eine Sprecherin der Umweltkampagne "Sauberhaftes Hessen" des hessischen Umweltministeriums auch auf veränderte Konsumgewohnheiten zurück: Ob Sandwich, Burger oder Schokoriegel für unterwegs, die Verpackungen würden schnell aufgerissen und nach dem Verzehr von manchen Menschen gedankenlos weggeworfen. Hinzu komme: Auch generell wachse der Berg an Verpackungen. Und schließlich sei Hessen als klassisches Transit-Bundesland sehr verkehrsreich - das dürfte auch für mehr wild abgelagerten Müll an den Straßen sorgen.

Seit 2002 will "Sauberhaftes Hessen" das Bewusstsein der Bürger für die Vermeidung von Abfall schärfen und der Vermüllung von Stadt und Land entgegenwirken. Zunehmend ziele man dabei auch auf Umweltbildung für Kinder und Jugendliche ab, sagte die Sprecherin. So beteiligten sich hessenweit an entsprechenden Aktionstagen im vergangenen Jahr rund 11 500 Kindergartenkinder sowie rund 20 000 Schüler an Müll-Sammelaktionen, etwa auf Spielplätzen und an Schulwegen. Hinzu kamen zahlreiche Freiwillige, die sich in Städten und Gemeinden an ähnlichen Sammelaktionen beteiligten, darunter Privatleute, Sportvereine, Freiwillige Feuerwehren und die Mitarbeiter bestimmter Firmen, wie die Sprecherin sagte.

dpa

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