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Panorama Hessen wehrt sich gegen Kritik an Pflegeausbildung
Mehr Hessen Panorama Hessen wehrt sich gegen Kritik an Pflegeausbildung
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18:03 11.07.2018
Wiesbaden/Mainz

Für die Kritik an einem Gesetz zur Altenpflegerausbildung hat die rheinland-pfälzische Landespflegekammer viel Gegenwind bekommen. Weil nun in Hessen auch Menschen ohne Schulabschluss, auch Flüchtlinge, eine Ausbildung anfangen können, hatte die Pflegekammer am Dienstag vor einem Anstieg der Gewalt in der Pflege gewarnt. Damit diskriminiere sie vor allem ausbildungswillige Geflüchtete und bediene "dumpfe Klischees", teilte Jochen Rindfleisch-Jantzon, hessischer Landesvorsitzender des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), am Mittwoch mit. Die Pflegekammer setze die Berufsanfänger "auf unerträgliche Weise herab und holt sich - ob gewollt oder fahrlässig - Applaus aus der ganz rechten Ecke ab".

Das hessische Sozialministerium reagierte ebenfalls am Mittwoch auf die Kritik. "Die Aussagen entbehren jedweder Grundlage", sagte Sprecherin Esther Walter. "Sie verunsichern die Menschen und sind ein Schlag ins Gesicht bei der Fachkräfteanwerbung, die für diese Branche so wichtig ist".

Der hessische Landtag öffnete Mitte Juni die Altenpflegeausbildung auch für Menschen ohne Schulabschluss. Damit sollten unter anderem junge Flüchtlinge mit Bleibeperspektive eine Chance bekommen, den Beruf des Altenpflegehelfers zu ergreifen. Während der Ausbildung muss der Hauptschulabschluss allerdings parallel nachgeholt werden. "Die Abschlüsse in der Pflege in Hessen bleiben genau so viel wert wie die ganze Zeit", sagte Walter. Insgesamt gibt es jährlich 160 Plätze.

Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Pflegekammer besteht ein höheres Risiko für Gewalt gegen Pflegende und Pflegebedürftige, wenn Berufsanfänger ohne Schulabschluss zum Beispiel kein hohes Maß an Selbstreflexion und Professionalität mitbrächten.

dpa

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