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Panorama Karfreitagsprozessionen nach italienischem Vorbild
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07:18 28.03.2018
Eine traditionelle Karfreitagsprozession in Bensheim. Quelle: Boris Roessler/Archiv
Darmstadt

Italienische Einwanderer und Italien-Begeisterte haben Karfreitags-Prozessionen nach Südhessen und ins Rhein-Main-Gebiet geholt. Mehrere Tausend Zuschauer werden dazu an diesem Freitag zu dem Schauspiel mit Musik und Gesang erwartet, das an das Leiden und Sterben Christi erinnert. Die Organisatoren hoffen mit Blick auf den Wettervorhersage, dass es trocken bleibt. Die bekanntesten Veranstaltungen:

BENSHEIM: Italienische Einwanderer brachten die Karfreitagsprozession in den 1980er Jahren an die Bergstraße. Ihre Kinder und Enkel führen den Brauch im südhessischen Bensheim fort, wie die Stadt berichtet. "Ihr Ziel ist es, das Ostergeschehen für die Zuschauer verständlich und erlebbar zu machen." Rund 90 Laiendarsteller in historischen Kostümen ziehen bei der 36. Prozession an diesem Freitag durch die Stadt. Einige Tausend Zuschauer werden erwartet. Um 10.30 Uhr beginnt die Prozession mit der Darstellung der Festnahme Jesu, die Kreuzigung folgt nach einigen Stationen am Marktplatz. Der Katholische Kirchenmusikverein St. Bartholomäus Fehlheim begleitet die bunte Prozession.

FRANKFURT-HÖCHST: Die Prozession der katholischen Italienischen Gemeinde, Comunitá Cattolica Italiana, in Frankfurt-Höchst feiert 25. Jubiläum. Um 16.30 Uhr geht die etwa dreistündige Veranstaltung mit einer Prozession vom Brüningpark über das Mainufer los. Sie endet nach der nachgestellten Kreuzigung in der St. Justinuskirche. Der inzwischen gestorbene Pfarrer Don Fausto habe die Tradition aus Italien mitgebracht, berichtet Leonarda Carcione von der rund 4500 Mitglieder starken Gemeinde. Das Passionsspiel werde auf Italienisch aufgeführt und ins Deutsche übersetzt. Etwa 45 Darsteller und ein 20-köpfiger Chor machen mit. Einige Hundert Zuschauer werden erwartet. Wenn es regnet, kann die Gemeinde auf ein Gotteshaus ausweichen.

EPPERTSHAUSEN: Eine Karfreitagsprozession auf einer Sizilien-Reise hat Gisela Belzer aus Eppertshausen nachhaltig beeindruckt. Die Katholikin der Pfarrgemeine Eppertshausen fing dann 2003 an, darüber nachzugrübeln, wie sich dieser Brauch auf die rund 6000 Einwohner große Gemeinde im Kreis Darmstadt-Dieburg übertragen lasse. Der Pfarrer habe ihre Idee unterstützt. 2006 führten die Südhessen Belzers Prozessionstext zum ersten Mal auf - und seither alle drei Jahre.

An diesem Karfreitag geht es um 11.00 Uhr am Rathausplatz mit einem Markttreiben los, in das Jesus dann mit den Kindern und Priestern einzieht, wie die 71 Jahre alte Rentnerin berichtet. 80 Schauspieler sowie ein Chor und ein Orchester machen mit. Den Jesus spielt dieses Jahr zum ersten Mal ein 33 Jahre alter Erzieher aus Groß-Zimmern. "Es ist nicht so einfach, einen Jesus zu bekommen", sagt Belzer. "Er muss viel Text lernen und wird ja am Ende aufgehängt." Dafür haben sich die Eppertshäuser einen Hügel als "Golgatha" ausgesucht.

FRANKFURT-UNTERLIEDERBACH: Unter dem Motto #beimir führt ein Ökumenischer Kreuzweg der Jugend am frühen Karfreitag von der katholischen Kirche Sankt Johannes Apostel in Frankfurt-Unterliederbach zur evangelischen Stephanuskirche. Sieben Fotos an den einzelnen Stationen stellen Jesus in die Lebenswelt junger Menschen, wie die Organisatoren berichten. Diese Idee geht aber nicht auf einen italienischen Brauch zurück. Träger des bundesweiten Ökumenischen Kreuzweges der Jugend sind vielmehr die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland sowie der Bund der Deutschen Katholischen Jugend und die Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz.

dpa

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