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Panorama Historikerverband kritisiert polnisches Gesetz
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13:39 20.02.2018
Eva Schlotheuber. Quelle: Georg Wendt/Archiv
Frankfurt/Main

"Die Darstellung und Bewertung von Geschichte darf nicht als Staatsdoktrin verordnet werden", betonte die VHD-Vorsitzende Eva Schlotheuber in einer am Dienstag in Frankfurt veröffentlichten Stellungnahme.

Sie befürchte aufgrund der neuen Gesetzeslage in Polen eine "gelenkte Forschung" und Erinnerung. Es handele sich um einen "heftigen Eingriff" und einen Versuch, einen Kreis kritischer Wissenschaftler einzuschränken, sagte sie. Das vor wenigen Wochen erlassene Gesetz der nationalkonservativen Warschauer Regierung wurde ursprünglich damit begründet, dass Polen sich gegen die historisch falsche Bezeichnung "polnischer" Todeslager wehren müsse. Solche Begriffe hatte auch der VHD schon vor Jahren als falsch kritisiert.

Das Gesetz ist von israelischen Wissenschaftlern, Holocaust-Überlebenden und zahlreichen kritischen polnischen Wissenschaftlern scharf kritisiert worden. Sie fürchten, dass das Gesetz durch die Androhung von Freiheitsstrafen Berichterstattung und Forschung zu antisemitischen polnischen Vorfällen während des Zweiten Weltkriegs verhindert. Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte die polnische Justiz gegen den Soziologen Jan Tomasz Gross ermittelt, der mit seinem Buch über ein Pogrom polnischer Einwohner in der ostpolnischen Kleinstadt Jedwabne vor Jahren eine Diskussion über das polnisch-jüdische Verhältnis im Zweiten Weltkrieg auslöste.

dpa

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