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Nur eine Flugumleitung für Rheingau-Musik-Festival

Luftverkehr Nur eine Flugumleitung für Rheingau-Musik-Festival

Das Rheingau-Musik-Festival wehrt sich gegen Berichte, es lasse zum Lärmschutz seiner Konzerte Flüge umleiten. Die Flugsicherung sei nur einmal um Rücksichtnahme gebeten worden und zwar 1996 für ein Open-Air-Konzert im alten Opelwerk in Rüsselsheim, sagte Festival-Sprecherin Sabine Siemon in Oestrich-Winkel am Montag der dpa.

Oestrich-Winkel/Langen. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) bestätigte eine Handvoll Fälle in den 90er Jahren, bei denen für Veranstaltungen in der Region Flüge anders geführt worden seien. Dabei sei es neben dem Konzert des Rheingau-Musik-Festes um Chorkonzerte in Anrainerstädten und eine Veranstaltung in Darmstadt-Kranichstein gegangen, sagte Sprecherin Ute Otterbein der dpa. Sie sprach von "drei bis fünf Fällen". Im September 2000 habe die Fluglärmkommission diese Praxis gestoppt.

Sie wies Vorwürfe einer Mainzer Bürgerinitiative zurück, auch in diesem Sommer seien mit Rücksicht auf das renommierte Musikfest Flüge umgeleitet worden.

Ausgelöst hatte die Diskussion der Frankfurter Unternehmer Claus Wisser, ein Förderer des Rheingau-Musik-Festivals und Freund von Intendant Michael Herrmann. Es sei den Festivalmachern "ein paar Mal" gelungen, die Routen zu ändern, wurde er im hr zitiert. Mittlerweile spricht Wisser von einem Missverständnis. Es sei um einen einmaligen Fall vor Jahrzehnten gegangen, das hätte er klarer herausstellen sollen. "Seitdem ist seitens des Rheingau-Musik-Festivals kein Wunsch mehr geäußert worden, Flüge zu verlagern", sagte er.

Bei dem Konzert in Rüsselsheim dicht am Frankfurter Flughafen spielten am 28. Juli 1996 Justus Frantz und die Philharmonie der Nationen, wie Siemon sagte. Der Lotse habe den Kurs der Flieger um ein Grad geändert, damit sie etwa 500 Meter mehr Abstand zum Opelwerk hielten. Schon in der zweiten Konzerthälfte habe der Wind gedreht, so dass die Flugzeuge wieder über Rüsselsheim geleitet wurden.

Die Initiative gegen Fluglärm Mainz e.V. forderte nach Wissers Äußerungen Aufklärung vom Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BaF). Dessen Leitung verwies auf die Äußerungen der DFS in dieser Sache. Die Initiative erklärte jedoch, auch in diesem Sommer sei das Kloster Eberbach, Hauptspielort des Musikfestes, bei bestimmten Konzerten weniger überflogen worden. Als angeblichen Beleg nannte sie die im Internet abrufbaren Daten zu Flugbewegungen. Die DFS habe das überprüft und keine Abweichungen von den üblichen Flugmustern feststellen können, sagte Sprecherin Otterbein. "Da ist gar nichts."

dpa

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