Volltextsuche über das Angebot:

30 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Noch immer kein Regen in Sicht - Bauern in Sorge

Wetter Noch immer kein Regen in Sicht - Bauern in Sorge

Die ungewöhnliche Trockenheit in Hessen treibt Bauern und Schiffskapitänen die Sorgenfalten in die Stirn. Nach wie vor ist kein Regen in Sicht, der November steuert weiter auf einen Trockenheitsrekord zu.

Voriger Artikel
Verfassungsschutz will Akteneinsicht geben
Nächster Artikel
EKKW weiter auf Sparkurs

Bauern und Schiffskapitäne sorgen sich. Archivfoto: Victoria Bonn-Meuser

Offenbach. Seit vier Wochen sei zum Beispiel im Rhein-Main-Gebiet kein Tropfen gefallen, "so was haben wir noch nicht erlebt", sagte Bernd Weber, Sprecher des hessischen Bauernverbandes, am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Seit Jahresbeginn habe sich das Niederschlagsdefizit immer weiter vergrößert - "in Frankfurt fehlen jetzt 200 Liter pro Quadratmeter." Normal seien dort bis Ende November 600 Liter pro Quadratmeter.

Eine Katastrophe bedeute das für den Augenblick nicht, sagte Weber. Getreide und Raps für das nächste Jahr seien bereits ausgesät und gekeimt. Die jungen Pflänzchen sähen gut aus. Über den Winter brauchten sie auch kein Wasser, denn in der Vegetation herrsche Stillstand. Aber bis zum Frühjahr müssten die Wasservorräte im Boden aufgefüllt sein.

Der Deutsche Wetterdienst macht den Bauern nur leichte Hoffnung: Frühestens in der Nacht zum Samstag könnten ein paar Tropfen fallen, hieß es am Dienstag. Seit Monatsbeginn habe es bisher erst 0,2 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gegeben, weniger als ein Prozent der im November üblichen Menge, sagte DWD-Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier. "An den letzten Tagen des Monats könnte es noch was geben, die Frage ist nur, wie viel."

Damit ist der Monat in Hessen wie bundesweit auf Rekordkurs und könnte der trockenste November seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 werden. Den bisherigen hessischen November-Trockenheitsrekord hält das Jahr 1953, als im ganzen Monat 6,5 Liter Regen fielen. Bundesweit liegt der Rekord bei 10,2 Litern im November 1920.

Wenig Regen, wenig Wasser: Die sinkenden Pegelstände am Rhein machen natürlich auch den Fährbetrieben zunehmend zu schaffen: Bereits zwei Unternehmen mussten ihre Fahrten wegen Niedrigwassers einstellen. "Wir fahren seit Samstag nicht mehr", sagte eine Sprecherin der Mittelrhein-Fähre, die zwischen dem rheinhessischen Niederheimbach und Lorch hin und her fährt, am Dienstag. Und die Fähre zwischen Ingelheim und Oestrich-Winkel im Rheingau steht seit Montag still. "Wir mussten einstellen, weil die Begegnungen mit der Sandbank häufiger geworden sind", sagte Susanne Maul von der Rheinfähre Maul GmbH. "Man sieht ja jeden Stein auf dem Boden".

Auch der Wasserstand des Edersees ist weit über das normale Maß gesunken. Derzeit seien noch 31 Millionen Kubikmeter Wasser im See, weniger als die Hälfte der im November üblichen Menge, sagte HLUG-Expertin Löns-Hanna. Ähnlich niedrig sei der Wasserstand zuletzt nach dem Jahrhundertsommer 2003 gewesen. In den Edersee passen fast 200 Millionen Kubikmeter Wasser. Aus dem Stausee wird Wasser abgelassen, um den Pegel auf der Weser für die Schifffahrt konstant zu halten.

Voriger Artikel
Nächster Artikel