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Hessen Niederlage für Kirchenleitung bei Synodalwahl
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19:17 22.11.2011
Kirchenpräsident Volker Jung zeigte sich enttäuscht. Archivfoto: Hanno Gutmann

Frankfurt. Die Oberkirchenrätin Cordelia Kopsch, seit Februar 2005 für Reformen und Strukturen verantwortlich, muss ihren Posten nun im Januar 2013 räumen. "Für ihre Nachfolge muss die EKHN nun geeignete Personen suchen", teilte die Kirche am Dienstag mit. Neben den Wahlen steht der Haushalt 2012 bis zum Freitag im Mittelpunkt der Synode.

Nach Angaben der Kirchenleitung ist eine derartige Abwahl höchst selten. Kopsch ist unter anderem zuständig für die umstrittene Zukunftsplanung "Perspektive 2025". In diesem Zusammenhang waren in den vergangenen Jahren auch Sparvorschläge unter anderem zur Seelsorge in Krankenhäusern, Altersheimen und Hospizen, zur Zahl der Tagungshäuser und zur Frauenarbeit debattiert worden. Mit der Reform reagiert die EKHN auf die demografische Entwicklung: Sinkende Mitgliederzahlen führen auch zu Rückgängen bei den Einnahmen.

Kirchenpräsident Volker Jung zeigte sich enttäuscht vom Wahlausgang: Kopsch sei eine "loyale und verlässliche Stellvertreterin, die mein volles Vertrauen genießt", sagte er. Sie sei mit schwierigen Themen befasst gewesen, die auch in der Synode kontrovers diskutiert worden seien. Dennoch sei sie im Einvernehmen mit dem Benennungsausschuss der Synode für eine Wiederwahl vorgeschlagen worden.

Die 152 Mitglieder der Synode beraten bei der viertägigen Veranstaltung auch über die geplante Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW), die sich derzeit bei ihrer Synode im nordhessischen Hofgeismar auf ihren Sparkurs festlegen will. "Ziel war und ist, das Ausgabeverhalten an die Steuerentwicklung anzupassen", sagte EKKW-Vizepräsident Volker Knöppel einer Mitteilung zufolge. Die Einnahmen der EKKW aus der Kirchensteuer seien von 124,9 Millionen Euro in 2009 auf 117,6 Millionen Euro im vergangenen Jahr gesunken.

Zwar steige das Einkommen seit August leicht. Andererseits sei die Mitgliederzahl im Sommer erstmals unter 900 000 gesunken, berichtete Knöppel.

Die Synode der EKKW dauert noch bis Donnerstag. Neben der Zusammenarbeit mit EKHN sollen mehrere Kirchengesetze und der Doppelhaushalt 2012/13 verabschiedet werden. Eine Synode leitet die Geschicke der Kirche, unter anderem erlässt sie Gesetze, besetzt Ämter und beschließt den Haushalt.