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Neuer Bischof in Mainz ins Amt eingeführt

Kirche Neuer Bischof in Mainz ins Amt eingeführt

Sein populärer Vorgänger Karl Lehmann hat das Bistum geprägt. Jetzt will Peter Kohlgraf daran anknüpfen und dafür sorgen, dass Kirche nah bei den Menschen ist.

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Bei der Bischofsweihe von Peter Kohlgraf (2.v.l.).

Quelle: Arne Dedert

Mainz. Die katholische Kirche hat nach 15 Monaten wieder einen Mainzer Bischof. Der 50-jährige Peter Kohlgraf trat am Sonntag die Nachfolge von Kardinal Karl Lehmann an, der im vergangenen Jahr mit 80 Jahren in den Ruhestand gegangen war. Kohlgraf will an das Wirken seines populären Vorgängers anknüpfen, hat aber bereits eigene Akzente gesetzt: Kirche müsse "ein waches Ohr für die Themen der Zeit" haben, sich auch politisch einmischen und nah bei den Menschen sein.

Rund 900 geladene Gäste verfolgten im romanischen Dom in Mainz, wie Nuntius Nikola Eterovic als Vertreter des Vatikans in Deutschland die von Papst Franziskus unterzeichnete Ernennungsurkunde überreichte. Unter ihnen waren etwa 30 Bischöfe aus ganz Deutschland wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx aus München, der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Erzbischof von Freiburg, Stephan Burger. An dem Gottesdienst nahmen auch die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und der hessische Kultusminister Alexander Lorz in Vertretung von Ministerpräsident Volker Bouffier (beide CDU) teil.

Die eigentliche Weihezeremonie nahm ihren Anfang mit der Litanei: Kohlgraf lag im Kreis der Bischöfe ausgestreckt mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden, während Vorsänger und Chor den Beistand der Heiligen erflehten. Der liturgische Reigen setzte sich fort mit dem Empfang der Insignien Mitra, Ring und Stab. Nach der Salbung nahm Kohlgraf dann unter dem Applaus der Gemeinde auf dem Bischofsstuhl, der Kathedra, seinen neuen Platz ein. 

Lehman gab seinem Nachfolger in der Predigt die Aufforderung auf den Weg: "Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht." Der neue Bischof schloss daran an, als er in seiner ersten Ansprache als Bischof alle Christen dazu aufrief, über ihre Glauben zu sprechen, ihn überzeugend zu leben: "Glauben und Lieben sind nichts Peinliches." 

Kirche als Ort des Lebens werde konkret, wenn Menschen in Gruppen und Begegnungen erfahren könnten, "dass sie nicht allein auf der Suche nach einem sinnvollen Leben sind." Dabei fügte der neue Bischof hinzu: "Neben der traditionellen Gemeinde müssen wir alles unterstützen, was Vielfalt fördert." Die Kollekte des Gottesdienstes bestimmte Kohlgraf zur Hälfte für die Flüchtlingsarbeit des Bistums, zur anderen Hälfte für die Domstiftung. 

Schon am Sonntag traf Kohlgraf erste Entscheidungen im Bistum. So ernannte er Weihbischof Udo Bentz zum neuen Generalvikar und Nachfolger von Dietmar Giebelmann, der die Geschicke des Bistums zuletzt als Diözesanadministrator geleitet hatte. Vor dem Dom wurde der Gottesdienst auf eine Großleinwand übertragen. Zu dem "Fest der Begegnung" mit dem neuen Bischof kamen nach Angaben eines Bistumssprechers mehrere tausend Gläubige und Schaulustige zusammen. 

dpa

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