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Naturschützer verlangen konkrete Nationalpark-Vorschläge

Natur Naturschützer verlangen konkrete Nationalpark-Vorschläge

Wo genau kann der dritte bayerische Nationalpark entstehen? Naturschützer fordern, dass sich die Politik rasch festlegt und die Entscheidung nicht auf lange Bank schiebt.

Würzburg. Der Bund Naturschutz (BN) fordert die Staatsregierung auf, in den kommenden Wochen konkrete Gebietsvorschläge für einen dritten Nationalpark in Bayern vorzulegen. "Wir erwarten, dass im ersten Vierteljahr die Karten auf dem Tisch liegen und die Prozesse beginnen können", sagte der BN-Vorsitzende Hubert Weiger am Montag in Würzburg. Im Rennen sind noch die Rhön und die Donau-Auen. In der letzten Plenarsitzung vor der Winterpause war ein Antrag der Grünen auf einen konkreten Zeitplan mit Standortentscheidung noch vor der Landtagswahl 2018 abgelehnt worden.

Mit Blick auf die Rhön als möglichen dritten Nationalpark favorisieren die Naturschützer eine Kooperation mit Hessen: Von den notwendigen 10 000 Hektar für einen Nationalpark könnten etwa 2000 Hektar aus der hessischen Rhön kommen. Das hätte den Vorteil, dass der künftige Nationalpark deutlich mehr zusammenhängende Flächen habe, sagte Weiger. Schon bestehende kleine "Urwald-Inseln" im 240 000 Hektar großen Biosphärenreservat Rhön könnten zudem durch einen Flächentausch miteinander verbunden werden. Dazu müssten lediglich einige Kommunen ihre Waldflächen gegen Flächen aus Staatswäldern eintauschen.

Die Rhön zeichne sich durch ihre enorme Artenvielfalt aus, sagte Weiger. Sie sei ein "Hotspot der Biodiversität". Hochmoore, Berg-Mähwiesen, Buchenwälder, seltene Orchideenarten - ein grenzübergreifender Nationpark Rhön sei "eine große Chance für den Naturschutz". Einen konkreten Vorschlag für einen Nationalpark Rhön legte der BN nicht vor. "Der muss vom Freistaat kommen."

Dies sei auch wichtig, damit "die unsäglichen Diskussionen, die eigentlich zu nichts führen, endlich beendet werden können", ergänzte Franz Zang vom BN in Bad Kissingen. Viele Menschen fürchteten, dass sie einen Nationalpark nicht mehr betreten dürften oder dass die private Holzindustrie oder Landwirtschaft auf der Strecke bleibe. Das sei falsch. Bei einer grenzübergreifenden Umsetzung kämen von den rund 91 000 Hektar Wald in den Landkreisen Bad Neustadt und Bad Kissingen lediglich etwa 6000 Hektar für den Nationalpark infrage - und die stammten nur aus Staatswäldern.

Im Freistaat gibt es bisher den Nationalpark Bayerischer Wald und den Nationalpark Berchtesgadener Alpen.

dpa

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