Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Nach elf Jahren geht Koch am Dienstag

Rücktritt Nach elf Jahren geht Koch am Dienstag

Mit einem festlichen Empfang verabschiedete sich der CDU-Politiker Roland Koch am Montag Abend aus dem Amt des hessischen Ministerpräsidenten. Am Dienstag tritt er offiziell zurück.

Wiesbaden. Zum Nachfolger des 52-jährigen Koch soll heute im hessischen Landtag der bisherigen Innenminister Volker Bouffier (58) gewählt werden.

Bouffier stellte am Montag offiziell sein Kabinett vor. Die Namen der neuen Minister waren bereits am Sonntagabend bekannt geworden. Unter ihnen ist auch der bisherige Finanz-Staatssekretär Dr. Thomas Schäfer aus Biedenkopf, dem im neuen Kabinett bei der Einführung der Schuldenbremse und der beabsichtigten Klage gegen den Länderfinanzausgleich eine Schlüsselrolle zukommt.

In der Bundestagsabgeordneten Lucia Puttrich aus Nidda und dem Gießener Bouffier sind neben Schäfer zwei weitere Mittelhessen im Kabinett vertreten.

CDU und FDP gehen davon aus, dass Bouffier am Dienstagnachmittag mit den Stimmen aller Abgeordnetem der Koalition gewählt wird. Auch der bisherige Umweltminister Jürgen Banzer, der von Bouffier nicht für das neue Kabinett berücksichtigt worden war, kündigte an, Bouffier heute zu wählen. „Politik ist Macht auf Zeit und wer das nicht verträgt, der ist dort fehl am Platz“, sagte Banzer. Er wolle sich aber weiter aktiv an der Politik der CDU beteiligen.

Vor 500 Gästen sagte Roland Koch in seiner Abschiedsrede: „Ich habe das Amt genossen. Aber ich bin mehr, ich will mehr sein und ich muss mehr sein, sonst wird es für die, die mich im Amt ertragen müssen, unerträglich.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie werde Koch vermissen. „Ich habe seine Art, wie man mit ihm debattieren, argumentieren konnte, die intellektuelle Stringenz, immer sehr geschätzt. Das wird mir schon ein bisschen fehlen“, sagte sie. Vermissen werde man auch Kochs Ratschläge. „Ich glaube aber, ich darf ihn auch in Zukunft weiter fragen“, fügte sie hinzu.

von Till Conrad

Mehr lesen Sie am Dienstag in der Printausgabe der OP.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hessen