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Nach Kampf gelähmt - Verfahren eingestellt

Prozesse Nach Kampf gelähmt - Verfahren eingestellt

Vor fünf Jahren traten zwei Jugendliche in einem Käfig gegeneinander zum Kampf an, einer von beiden ist seitdem querschnittsgelähmt.

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Der Angeklagte soll eine verbotene Technik angewendet haben. Foto: Uwe Zucchi

Eschwege. Am Mittwoch saßen sich beide vor dem Amtsgericht Eschwege gegenüber – der eine (23) wegen fahrlässiger Körperverletzung auf der Anklagebank, der andere als Nebenkläger im Rollstuhl. Der Prozess endete mit einer angenommenen Entschuldigung und einer Einstellung des Verfahrens, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte.

Der Fall: In dem sogenannten Free-Fight – einer Vollkontaktkampfsportart – kam es zu dem Unfall, weil der Angeklagte eine verbotene, lebensgefährliche Technik angewendet und seinem damals 16-jährigen Kontrahenten so die Halswirbelsäule gebrochen haben soll. Er zeigte sich am Mittwoch tief erschüttert von dem Vorfall und bat das Opfer um Entschuldigung. Der junge Rollstuhlfahrer nahm diese an. «Das war eine beeindruckende Geste», sagte der Vorsitzende Richter Alexander Wachter nach dem Prozess. Das Verfahren gegen den angeklagten 23-Jährigen wurde nach dem Jugendgerichtsgesetz eingestellt. „Mit erzieherischen Maßnahmen ist bei dem Angeklagten nichts mehr zu erreichen", erklärte Wachter. Der 23-Jährige habe mittlerweile eine Familie gegründet.

Auch das Verfahren gegen den 29 Jahre alten Betreiber des Fitnessstudios, in dem der Kampf stattfand, wurde eingestellt – allerdings unter der Auflage, dass der Mann innerhalb eines halben Jahres 10.000 Euro an das Opfer zahlt. Der Studiobetreiber war bereits in einem Zivilprozess zu 250.000 Euro Schmerzensgeld verurteilt worden. Diese muss er aber nicht zahlen, weil er zu wenig verdient. Der Betreiber soll nicht darauf geachtet haben, ob der Mitangeklagte die Regeln kennt und befolgt.

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