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Nach 80 Jahren zurück in die Heimat

Hans Bär floh 1937 Nach 80 Jahren zurück in die Heimat

Vor 80 Jahren floh Hans Bär vor den Nazis nach Argentinien. Heute, mit 94 Jahren möchte er noch einmal seine Heimat sehen, sein Elternhaus, seine Schule, ehemalige Klassenkameraden. Und das Netz sammelt Geld für seine große Reise.

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Mit 94 Jahren möchte Hans Bär noch einmal Deutschland sehen, das Land, aus dem er mit 14 Jahren floh. Ein Filmtagebuch soll seine Reise dokumentieren.

Quelle: Nikolai Sexauer

Wölfersheim-Wohnbach. Hans will die Autobahnen sehen und die Landwirtschaft. So steht es auf der Internetseite starnext.com, einer Crowdfunding-Plattform für die Finanzierung von Ideen.  Dort gibt es Fotos von Hans Bär -  Schwarz-Weiß-Aufnahmen von früher und bunte von heute - und ein Video. Und dort wird das Schicksal Bärs erzählt. 

Bär wuchs demnach im hessischen Wohnbach (Wetteraukreis) auf. Dort gab es damals eine größere jüdische Gemeinde. Als Teenager erlebte Bär, wie das Dorf plötzlich nicht mehr im Laden seines Großvaters einkaufte. Seine Kameraden mieden ihn, die Lehrersöhne schlugen ihn zusammen.

Als 14-Jähriger bestieg er schließlich mit seiner Mutter das Schiff nach Buenos Aires. Der Rest seiner Familie blieb in Wohnbach; keiner von ihnen überlebte. Bär begann in Argentinien ein neues Leben. Er arbeitete in einem Kühlhaus, lebte ein bescheidenes Leben - und kehrte nie zurück. Bis jetzt.

Die Reise ist für Mai geplant

Nikolai Sexauer möchte das ändern. Der Unternehmer lernte in Argentinien Bärs Enkelin kennen, hörte Bärs Geschichte und rief eine Crowdfunding-Kampagne ins Leben. Seit Montag wirbt er im Netz um Spenden, um die Reise des 94-Jährigen zu finanzieren. Über 1.000 Euro sind bislang zusammengekommen, 4.500 Euro sollen es werden. Die Reise ist für Mai 2018 geplant.

Die Frage ist: Ist Bärs Geschichte wahr? Eugen Rieß ist davon überzeugt. Der 68-Jährige ist Lokalhistoriker in Wölfersheim, in der Großgemeinde, zu der Wohnbach gehört. "Es gibt ihn, die Geschichte stimmt", versichert Rieß auf OP-Nachfrage. "Ich habe hier massenhaft Unterlagen über Bär."

Rieß berichtet von Bärs Geburtsurkunde,von Stammbäumen jüdischer Familien, von einem ärztlichen Attest und von Gesprächen mit dem Försterssohn, einem ehemaligen Klassenkameraden Bärs. Der habe Bärs Anekdoten über seine Kindheit in Wohnbach bestätigt.

Lokalhistoriker in Wölfersheim freut sich auf Besuch

Rieß korrespondiert seit einiger Zeit mit Sexauer. Per E-Mail hat er Fotos und Postkarten nach Argentinien geschickt, unter anderem von Bärs Elternhaus. Rieß hofft, dass Bär die Reise im kommenden Jahr antritt. "Ich freue mich auf den Besuch", sagt er. "Außer Gräbern ist hier ja nicht mehr viel übrig von unserer jüdischen Gemeinde."

Weitere Informationen zu Hans Bär gibt es hier.

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