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Mord im Männerwohnheim: Angeklagter mit Erinnerungslücken

Prozesse Mord im Männerwohnheim: Angeklagter mit Erinnerungslücken

Als mutmaßlicher Mörder seines Zimmergenossen in einem Frankfurter Männerwohnheim hat sich seit Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt ein 47-Jähriger zu verantworten.

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Das Landgericht und Amtsgericht in Frankfurt am Main.

Quelle: Fredrik von Erichsen/Archiv

Frankfurt/Main. Die Anklage legt dem mehrfach vorbestraften Äthiopier zur Last, den 66 Jahre alten Mitbewohner im Februar dieses Jahres in dem gemeinsam bewohnten Zimmer mit einer Eisenstange erschlagen zu haben. Der 47-Jährige sprach zum Auftakt des Verfahrens von Erinnerungslücken.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mitbewohner zum Tatzeitpunkt im Bett lag und sein Gesicht weggedreht hatte, damit also "arg- und wehrlos" war. Der Angeklagte behauptete am ersten Verhandlungstag, von dem späteren Opfer zunächst mit der Eisenstange angegangen worden zu sein. An weitere Einzelheiten konnte er sich nicht mehr erinnern. Man habe damals bereits seit Stunden viel Alkohol konsumiert gehabt.

In dem Verfahren geht es auch um den Vorwurf der Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung. Der 47-Jährige soll im Dezember vergangenen Jahres zunächst zwei Frauen an einer Straßenbahnhaltestelle in Frankfurt-Bornheim angepöbelt und später einen Passanten umgestoßen haben, der den Frauen zu Hilfe kam. Das Opfer verletzte sich an Glasscherben, die am Boden lagen. Vor Gericht sagte der Angeklagte, er habe die Frauen nicht angepöbelt.

Der 47-Jährige war nach eigenen Angaben vom Dienstag in jungen Jahren mit Krieg in seiner Heimat konfrontiert. Seitdem habe er mit psychischen Problemen zu kämpfen, die er auch mit übermäßigen Alkohol- und Drogenkonsum angegangen sei. Zahlreiche seiner Vorstrafen hätten mit einer Suchtproblematik zu tun. Nach der Gewalttat in dem Männerwohnheim war der Angeklagte in ein psychiatrisches Krankenhaus gekommen.

dpa

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