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Hessen Mehr Einbrüche und Trickdiebstahl: Trotzdem weniger Straftaten
Mehr Hessen Mehr Einbrüche und Trickdiebstahl: Trotzdem weniger Straftaten
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15:45 20.03.2014
2013 wurden in Frankfurt 740 Straftaten weniger angezeigt. Quelle: A. Dedert/Archiv
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Frankfurt/Main

Einen "exorbitanten Anstieg" registrierte die Polizei beim Beteiligungs- und Kapitalanlagebetrug. Grund dafür ist vor allem das umfangreiche Verfahren um die Immobiliengruppe S&K mit mehr als 100 Beschuldigten.

Zunahmen gab es auch bei Vergewaltigungen, sexueller Nötigung sowie Taschen- und Trickdiebstahl. Vor allem der Schaden beim sogenannten Enkeltrick, der auf das Vermögen ältere Menschen zielt, habe sich um mehr als 100 Prozent auf 741 000 Euro erhöht. Körperverletzung wurde 6266 Mal angezeigt und damit 294 Mal mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Wohnungseinbrüche stieg um 3,9 Prozent auf 2130 Fälle, stärker als im Landesdurchschnitt (plus 2,1 Prozent), aber weniger stark als in anderen Bundesländern, wie Thiel sagte.

Der Anteil der Gewaltkriminalität an allen Straftaten lag unverändert bei rund drei Prozent. So wurden 44 Straftaten gegen das Leben registriert (minus 19). Darunter waren 10 Tote - diese Taten wurden alle aufgeklärt. Seltener angezeigt wurden 2013 auch Handtaschenraub und andere Raubdelikte. Aufgeklärt wurde unter anderem eine Raubserie mit 70 Verdächtigen, die älteren Frauen auf der Straße den Schmuck vom Hals gerissen hatten. Geringer als in ländlichen Gemeinden fällt Thiel zufolge in Frankfurt die häusliche Gewalt aus.

112 049 Straftaten wurden 2013 insgesamt angezeigt, 740 weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Anteil von 29 Prozent an der registrierten Kriminalität in Hessen. Die Aufklärungsquote stieg um 0,3 Punkte auf 60,2 Prozent. Damit war sie wieder höher als im Landesdurchschnitt (59,5 Prozent). 46 114 Verdächtige wurden überführt - 668 mehr als 2012. "Es wurden also nicht nur Serien aufgeklärt", sagte Thiel. Am höchsten war die Aufklärungsquote mit 100 Prozent bei Mord und Totschlag, am niedrigsten mit rund 6 Prozent beim Fahrraddiebstahl.

Die sogenannte Häufigkeitszahl (Straftaten je 100 000 Einwohner) - die Frankfurt immer wieder den Ruf einer Kriminalitätshochburg in Deutschland einbringt - sank trotz wachsender Bevölkerung um 18 auf 16 292. Die Berechnung ist jedoch stark umstritten, weil sie Frankfurt als Bankenmetropole, Pendlerhochburg und Verkehrsknotenpunkt nicht gerecht wird.

dpa

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