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Hessen Leiter des Frankfurter Jüdischen Museums wechselt nach Leipzig
Mehr Hessen Leiter des Frankfurter Jüdischen Museums wechselt nach Leipzig
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14:34 26.03.2015
Raphael Gross wechselt nach fast zehn Jahren nach Leipzig. Quelle: F. v. E./Archiv
Frankfurt/Main

Gross leitet das Jüdische Museum seit 2006 und ist seit 2007 auch Direktor des Fritz Bauer Instituts. Er wolle sich "nach vielen Jahren paralleler Arbeit im Wissenschaftsbereich wie im Museum nun wieder auf Forschung und Lehre konzentrieren", hieß es am Donnerstag zur Begründung.

In Leipzig wird der 48-Jährige Nachfolger des renommierten Historikers Dan Diner. Er übernimmt die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts und den Lehrstuhl für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität Leipzig. Seine Führungspositionen in Frankfurt will Gross übergangsweise weiterführen, bis die Nachfolge geregelt ist. Er habe sehr gern in Frankfurt gearbeitet, sagte Gross der Deutschen Presse-Agentur, er gehe "keineswegs im Unfrieden".

Die Stadt Frankfurt bedauerte seinen Weggang. "Raphael Gross hat nicht nur mit großartigen Ausstellungen das Bewusstsein für die jüdische Kultur- und Geistesgeschichte und deren unschätzbaren Beitrag zur europäischen Kultur geschärft, sondern auch das Verhältnis von Geschichte und Gegenwart des Judentums verdeutlicht und so Verbindungen für die Zukunft gestiftet", sagte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU).

Das Jüdische Museum Frankfurt wird in den nächsten Jahren umgebaut und erweitert. Das Rothschild-Palais, in dem das Museum seit 1988 untergebracht ist, wird saniert. Parallel entsteht bis 2017 ein moderner Anbau. Nötig ist die Erweiterung auch, weil der Nachlass der Familie von Anne Frank zurück in ihre Heimatstadt Frankfurt kommt.

Das Fritz Bauer Institut ist eine international renommierte Forschungs-, Dokumentations- und Bildungseinrichtung zur Geschichte der nationalsozialistischen Massenverbrechen. Das Simon-Dubnow-Institut ist eine Einrichtung der Universität Leipzig zur Erforschung der jüdischen Lebenswelten in Europa.

dpa