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Landtagswahl 2018 Zeichen stehen auf Groko oder Jamaika
Mehr Hessen Landtagswahl 2018 Zeichen stehen auf Groko oder Jamaika
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00:16 25.09.2018
Weiter keine Mehrheit in Sicht: Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU, links) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) müssen nach Umfragen um die Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition bangen. Quelle: Bernd von Jutrczenka
Wiesbaden

Eine Fortsetzung der schwarz-grünen Koalition in Hessen ist nach einer ZDF-Umfrage auch rund fünf Wochen vor der Landtagswahl nicht zu erwarten. Wenn am kommenden Sonntag gewählt würde, käme nach der am Freitag veröffentlichten repräsentativen Befragung der Bürger nur eine große Koalition aus CDU und SPD oder eine Regierung aus CDU, Grünen und FDP auf die notwendige Mehrheit im Landtag.

Die CDU kommt laut der Umfrage derzeit auf 32 Prozent (2013: 38,3 Prozent) und bleibt stärkste Kraft im Land. Die SPD verbuchte eine Zustimmung von 25 Prozent (30,7 Prozent), die Grünen von 15 Prozent (11,1 Prozent) und die Linke von acht Prozent (5,2 Prozent). Für die FDP sprachen sich sechs Prozent (5,0 Prozent) der Befragten und für die AfD elf Prozent (4,1 Prozent) aus.

Bei der Frage nach dem Wunsch-Ministerpräsidenten kommt Amtsinhaber Volker Bouffier (CDU) auf 43 Prozent und sein Herausforderer Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) auf 37 Prozent. Die beliebtesten Politiker in Hessen sind nach dem ZDF-Politbarometer Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), gefolgt von Ministerpräsident Bouffier und SPD- Partei- und Fraktionschef Schäfer-Gümbel.

CDU-Generalsekretär Manfred Pentz erklärte, das Ergebnis sei eine gute Grundlage, um darauf weiter aufzubauen. „Das reicht uns aber noch nicht: Wir wollen bis zur Landtagswahl noch zulegen und wieder so stark werden wie 2013.“ SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser nannte das Umfrageergebnis und die Werte für Spitzenkandidat Schäfer-Gümbel ermutigend. Ziel der Sozialdemokraten bleibe, stärkste Kraft im Land zu werden.

Die Grünen-Spitzenkandidaten Al-Wazir und Umweltministerin Priska Hinz bilanzierten, der eigenständige Kurs und die klaren Botschaften der Partei zahlten sich aus. Sie riefen die Bürger dazu auf, bei der Wahl ein Zeichen gegen Rechtsruck und Verrohung der politischen Sitten zu setzen. Die Linken sprachen nach dem Ergebnis von Rückenwind in der heißen Wahlkampfphase.

Schwarz-Grün habe in den Umfragen zum wiederholten Mal keine Mehrheit mehr, betonte Fraktionschefin Janine Wissler. „Ein notwendiger Politikwechsel in Hessen wird an uns nicht scheitern.“ Auch FDP-Generalsekretärin Bettina Stark-Watzinger hob die nicht ausreichende Zustimmung für eine Fortsetzung von Schwarz-Grün hervor. Die Liberalen seien bereit, Verantwortung in Hessen zu übernehmen.

Als wichtigste politische Themen nannten die Hessen bei der Befragung „Schule/Bildung“ (30 Prozent). Danach folgen „Flüchtlinge/Asyl“ (26 Prozent) und „Wohnungsmarkt/Mieten“ (23 Prozent). Die Landtagswahl findet am 28. Oktober statt.

(dpa)