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Landtagswahl 2018 Schäfer: „Kreativität des Stinkstiefels“
Mehr Hessen Landtagswahl 2018 Schäfer: „Kreativität des Stinkstiefels“
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00:17 07.10.2018
Uwe Kling-Böhm (von links), Geschäftsführer des Diakonischen Werks, Dr. Thomas Schäfer, Angelika Löber, Sandra Laaz, Moderator Manfred Günther, Dr. Ingeborg Cernaj, Benjamin Oette und Horst Viehl vom Vorstand der Lebenshilfe sprachen über die Digitalisierung. Quelle: Tobias Kunz
Biedenkopf

Die Digitalisierung schreitet voran. Und in ihr stecken große Chancen für die Gesellschaft. Darüber waren sich am Donnerstagabend im Parkhotel Biedenkopf alle Vertreter der im hessischen Landtag vertretenen Parteien einig. Die Diakonischen Dienste des Landkreises hatten zu einer zweiten Podiumsdiskussion im Vorfeld der Wahl gebeten. Diesmal mit den Direktkandidaten des Wahlkreises 12. Für den erkrankten Hans-Otto Seitz (FDP) sprang kurzfristig Benjamin Oette von der Marburger FDP ein – und er tat der Veranstaltung gut.

Denn darüber, dass die Digitalisierung auch Probleme mit sich bringt, waren sich die Direktkandidaten weitgehend einig. Nicht aber Oette. Der Vorbehalt gegenüber der Digitalisierung, so Oette, sitze zumeist „zwischen den Ohren“. Die Digitalisierung sei ein Fortschritt, der Chancen biete, aber auch Verantwortung verlange. Entgegen der Direktkandidaten sah Oette die Verantwortung dafür aber nicht beim Staat, sondern bei jedem Einzelnen. Der Gesetzgeber sei ohnehin zu langsam.

Dr. Thomas Schäfer (CDU) widersprach dem nicht. Dass der Gesetzgeber immer dem Geschehen hinterherlaufen müsse, sei „denklogisch“. Genauso aber auch, dass Kriminellen Einhalt geboten werden müsse. Mit neuen Möglichkeiten wie dem Internet würden sie stetig neue Wege finden. Er bezeichnete dies als die „Kreativität des Stinkstiefels“.

Angelika Löber (SPD) sah dies ähnlich. Der öffentliche Raum bedürfe einer stärkeren Kontrolle, sagte sie. Deshalb forderte sie mehr Spezialisten beim Land Hessen. Gleichzeitig dürfe die Teilhabe an der Digitalisierung keine Frage des Alters sein und schließe auch die Inklusion mit ein. Sie machte sich unter anderem für die digitale Lehrmittelfreiheit stark.

Für Sandra Laaz (Grüne) war wichtig, dass der Umgang mit Medien besser vermittelt wird und der Datenschutz größere Bedeutung erfährt. Zudem müssten die Verbraucher mehr Unterstützung bekommen. Dem pflichtete Dr. Ingeborg Cernaj (Linke) bei, die als Beispiel die Werbung nannte. Interessiere man sich heute online für ein Produkt, werde dies in den folgenden Tagen immer wieder in den Werbeblöcken auf Internetseiten automatisch angeboten. „Da dann zu widerstehen, ist schwer“, sagte sie.

von Tobias Kunz