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Landtagswahl 2018 Rock: Wind stellt Bedarf nicht sicher
Mehr Hessen Landtagswahl 2018 Rock: Wind stellt Bedarf nicht sicher
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00:18 12.10.2018
FDP-Spitzenkandidat René Rock (rechts) referierte in Lohra zur Windenergie. Quelle: Nadine Weigel
Lohra

Rock versprach, dass die FDP sich für den Fall von Koalitionsverhandlungen eng mit der Bundesinitiative „Windkraft“ abstimmt, die gegen den Ausbau der Windenergie ist. Eine Koalition mit Parteien, die für den weiteren Ausbau der Windenergie sind, komme für die FDP nur schwer in Frage.

Rock, der sich seit Jahren inten­siv mit der Windenergie beschäftigt, nannte vor 30 Zuhörern, darunter vor allem Mitglieder örtlicher Initiativen gegen Windkraft, drei Hauptargumente gegen diese Energieform:

  • Trotz des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) hat es in den vergangenen Jahren keine Reduzierung des CO2-Ausstoßes in die Luft gegeben. Weniger Eintrag von CO2 in die Luft sei im übrigen ein weltweites Problem: „Was wir im Jahr an CO2 verbrauchen, verbraucht China in zwei Wochen“, sagte Rock.
  • Es gibt nach wie vor keine Fortschritte beim Ausbau der Netze und von Speichern. Weder „Südlink“ noch „Amplion“ seien annähernd fertig, „wir brauchen diese Leitungen aber, um die Atomkraftwerke im Süden und Südwesten Deutschlands abbauen zu können“.
  • Die Versorgungssicherheit ist gefährdet, wenn Deutschland nur auf erneuerbare Energien setzt. 

Tatsächlich werde in Deutschland kein Strom eingespart, sagte Rock – er verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die Elektrifizierung des Verkehrs, den Boom bei E-Fahrrädern und den Energiebedarf durch den rasanten Anstieg an Rechnerleistungen, die etwa für Smartphones gebraucht werden.

Das Problem: Die erneuerbaren Energien stellen den Bedarf an Strom in Deutschland nicht täglich sicher. Sie verdrängen aber die CO2-effiziente Gasenergie aus dem Netz, weil die Einspeisung „grüner Energie“ Vorrang hat. Das führt dazu, dass nach wie vor ein hoher Anteil Energie, die aus fossilen Quellen stammt (Kohle!), in unser Stromnetz eingespeist wird.

Die FDP lehnt deshalb die baurechtliche Privilegierung von Windkraftanlagen ab und will Windkraftanlagen in Wäldern und Kulturlandschaften verhindern. Sie setzt auf Klimaschutz durch Emissionshandel unter den Industriestaaten.

Im übrigen wies Rock darauf hin, dass die ersten Windkraftanlagen bereits abgeschrieben sind und zurückgebaut werden. In diesem Zusammenhang komme der Bauaufsicht des Kreises eine wichtige Rolle zu, die für den Rückbau zuständig ist.

von Till Conrad