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Hessen Kommunalpolitiker: Gemeinsam gegen Fluglärm
Mehr Hessen Kommunalpolitiker: Gemeinsam gegen Fluglärm
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16:30 29.11.2011
Antenbrink appelliert an den Gemeinsinn der Bürger. Archivfoto: Marc Tirl

 „Es geht darum, dass sich die Kommunen wieder zusammenschweißen", sagte Antenbrink am Dienstag auf Anfrage. „Im Moment lässt diese wichtige Geschlossenheit noch zu wünschen übrig."

Es werde immer wieder deutlich, dass sich je nach Veränderung bei Lärmschutz oder Richtlinien Gemeinden aus dem Verbund lösten. „Wer also gezielt die richtigen Maßnahmen streut, dem wird es auch gelingen, einen Keil in den Verbund der Kommunen zu treiben", sagte SPD-Bürgermeister Antenbrink, dessen Gemeinde direkt in der Einflugschneise der neuen Landebahn am Flughafen liegt. Nach seiner Überzeugung haben die Menschen in der Region um den Flughafen allerdings nur gemeinsam eine ausreichende Schlagkraft in der Fluglärmdebatte.

Flörsheim. Auch der hessische Grünen-Landtagsfraktionschef Tarek Al-Wazir rief zu einer stärkeren Geschlossenheit auf. Die betroffenen Kommunen dürften sich nicht gegeneinander ausspielen lassen, sagte er bei einem Besuch in Flörsheim. Dort hatte er bei einer Fraktionssitzung der Grün-Alternativen Liste Flörsheim (GAL) mit Antenbrink, Stadtverordneten und der Bürgerinitiativen Flörsheim-Hochheim und „Für Flörsheim" diskutiert.

„Wir müssen alle gemeinsam dafür kämpfen, dass die Rhein-Main-Region lebenswert bleibt", betonte Al-Wazir. Nach seiner Überzeugung hat der Flughafen im dicht besiedelten Ballungsgebiet Rhein-Main die Grenzen des Wachstums „endgültig überschritten". Deshalb müsse die Landesregierung den Lärmschutz auf die Tagesordnung der Politik setzen.

Bürgermeister Antenbrink warnte die Landesregierung zudem vor der starken Protestbereitschaft der betroffenen Anwohner. „Die Kritik der Menschen wird nicht einfach abreißen", sagte der SPD-Politiker, nachdem am Montagabend rund 2.500 Menschen im Flughafen-Terminal gegen den Lärm demonstriert hatten. „Ich glaube, dass Regierung und Fraport daraufsetzen, dass es sich wieder beruhigen wird", sagte Antenbrink. „Dem wird aber nicht so sein." Die zunehmenden Proteste unter anderem bei den Montagsdemonstrationen hätten eine andere Qualität gewonnen. „Da kommen ältere Menschen, Jugendliche, Familien, Nonnen. Hier zeigen die Betroffenen, dass es einfach genug ist."

Die Montagsdemos sollen nach Angaben der Veranstalter mindestens bis kurz vor Weihnachten fortgesetzt werden. Mit Trillerpfeifen und Rasseln machen Lärm-Gegner dabei ihrem Unmut Luft. Organisiert werden die Proteste vom Bündnis der Bürgerinitiativen, die sich gegen den Betrieb der Nordbahn und für ein Nachtflugverbot einsetzen. Zur ersten Montagsdemo vor zwei Wochen waren nach Schätzungen der Veranstalter rund 450 Menschen im Terminal zusammengekommen, beim zweiten Mal waren es laut Polizei bereits etwa 1.100.