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Kirchen protestieren gegen Abschiebung nach Afghanistan

Flüchtlinge Kirchen protestieren gegen Abschiebung nach Afghanistan

Die katholische und die evangelische Kirche haben die zweite Sammelabschiebung nach Afghanistan scharf kritisiert. "Kein Mensch darf in eine Region zurückgeschickt werden, in der sein Leben durch Krieg und Gewalt bedroht ist", erklärten am Dienstag der Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Hamburgs Erzbischof Stefan Heße, sowie der Vorsitzende der Kammer für Migration und Integration der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Präses Manfred Rekowski.

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Eine Frau hält ein Protestplakat «Afghanistan ist nicht sicher» in die Höhe.

Quelle: S.Prautsch/Archiv

Hamburg/Bonn. Die Sicherheit müsse Vorrang haben gegenüber migrationspolitischen Erwägungen. Beide Kirchen akzeptierten, dass Menschen ohne Bleibeperspektive in ihre Heimat zurückgeführt würden. Abschiebungen in lebensgefährliche Gebiete seien jedoch inakzeptabel.

"Die innerstaatlichen bewaffneten Konflikte in Afghanistan haben sich zugespitzt, zugleich hat auch die Zahl der innerhalb des Landes in die Flucht getriebenen Menschen zugenommen", betonte Heße. Da immer mehr Binnenvertriebene in der afghanischen Hauptstadt Kabul Schutz suchten, sei auch dort die Situation schwieriger geworden. Rekowski erklärte: "Die Berichte des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen und weiterer internationaler Organisationen deuten darauf hin, dass Rückführungen nach Afghanistan humanitär unverantwortlich sind." Bei der zweiten Sammelabschiebung waren am Montagabend 26 junge Männer von Frankfurt/Main aus nach Kabul geflogen worden. Bei der ersten Sammelabschiebung im Dezember waren es 34 Männer.

dpa

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