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Kassels OB will mehr Geld für documenta-Kunstwerke ausgeben

Kunst Kassels OB will mehr Geld für documenta-Kunstwerke ausgeben

Die documenta zieht die Kunstwelt in ihren Bann - und etwas von der 13. Ausgabe im Sommer will Kassel dauerhaft für die Stadt sichern.

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Teile der documenta sollen erhalten bleiben. Foto: Uwe Zucchi/Archiv

Kassel. Für den Ankauf von Kunstwerken für die Neue Galerie hat die Stadt knapp 400 000 Euro zurückgelegt, wie Oberbürgermeister und documenta-Aufsichtsratsvorsitzender Bertram Hilgen (SPD) in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa sagte. Weitere rund 200 000 Euro für das Vorhaben kommen vom Land Hessen.

Damit stehen für Ankäufe knapp 600 000 Euro bereit, das sind fast 42 Prozent mehr als noch 2007. Zum Vergleich: Bei der 12. documenta wurden von Stadt und Land insgesamt 424 00 Euro für Ankäufe ausgegeben.

"Die documenta ist die weltbedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst und bedeutend für die Reputation Kassels", betonte Hilgen. Zudem habe sie auch einen positiven ökonomisch positiven Aspekt. Die Bedeutung liege auch am Konzept einer "diktatorisch frei agierenden künstlerischen Leitung", sagte der OB. "Diese extreme Freiheit ist eine starke Antriebsfeder. Jede documenta erschafft sich neu." Zudem habe die documenta eine Ausstrahlung auch auf Hessen und den Kunst- und Kulturstandort Deutschland. "Ökonomisch ist das kein Thema für Deutschland, aber die kulturelle Bedeutung ist zweifelsfrei gegeben."

Die Auswirkungen der Ausstellung auf Kassel seien enorm. "Die documenta macht Kassel bekannt in der Welt. So ein Markenzeichen haben nicht viele Städte dieser Größe. Kassel wird durch die documenta internationaler", sagte Hilgen. Er kündigte en umfangreiches Begleitprogramm an, das derzeit ausgearbeitet wird. Dazu gehören werden unter anderem das Weltmusikfestival, ein Kulturzelt und ein Sonderprogramm Musik, Theater, Tanz. Zudem ist eine Ausstellung der Komischen Kunst in der Caricatura geplant.

"Die Menschen gehen mit einem anderen Gefühl nach Hause als sie gekommen sind. Die Stadt wird positiv bekannter." Das sei ein klarer Imagefaktor. "Und die vielen Menschen kurbeln die Wirtschaft und Gastronomie an", sagte Hilgen. Er betonte allerdings, der Erfolg der Ausstellung dürfe nicht an der Besucherzahl gemessen werden. "Ein zentraler Punkt ist, die documenta in ihrer Bedeutung und Einmaligkeit zu erhalten." Zum künstlerischen Konzept wollte er sich nicht äußern.

Dass derzeit auf der ganzen Welt Werbung für die documenta gemacht werde, in Kassel aber kaum etwas zu sehen sei, sei "völlig normal", sagte Hilgen. "Die Kasseler und Nordhessen wissen, dass documenta ist." Bei einer Anreise aus Asien, Afrika oder Südamerika brauche man eben eine längere Vorbereitungszeit.

Dennoch seien die Vorläufer der Ausstellung bereits jetzt in der Stadt zu spüren, sagte Hilgen. "Es wird keine großen Bauprojekte im Sommer geben. Die Innenstadt ist baustellenfrei." Zudem dürften während der documenta keine Kunstwerke im öffentlichen Raum gezeigt werden, die nicht zur documenta gehören. "Es muss sichtbar bleiben, was documenta ist und was nicht."

Hilgen sagte, die Kasseler freuten sich auf die Ausstellung. "Die Menschen genießen die Aufmerksamkeit, es gibt eine gelassene Heiterkeit". Vergleichbar mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 sei das Gefühl aber nicht. "Beim Fußball geht es um Wettkampf und Sieg oder Niederlage. Das sind keine Begriffe der documenta." Die Stimmung sei leiser, intellektueller und gelassener. Dennoch werde sich auch wohl in diesem Jahr wieder - wie bereits bei vorangegangenen Ausstellungen - ein Publikumsliebling unter den Kunstwerken herauskristallisieren. Ob dieses Werk dann allerdings auch angekauft werde, ließ Hilgen offen.

dpa

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