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Kassel diskutiert über Straßennamen nach Neonazi-Opfer

Extremismus Kassel diskutiert über Straßennamen nach Neonazi-Opfer

Halit-Straße oder nicht? In Kassel diskutieren Politik und Bürger darüber, ob eine Straße nach dem von Neonazis 2006 getöteten Halit Yozgat benannt werden soll.

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Kasseler CDU lehnt Wunsch vom Vater des getöteten Halit ab. Foto: Uwe Zucchi

Kassel. Die Kasseler CDU-Fraktion hat sich nun dagegen ausgesprochen. "Auf keinen Fall stellt diese Auffassung eine Geringschätzung der Opfer von Gewalt oder deren Angehöriger dar", betonte der Fraktionsvorsitzende Norbert Wett am Dienstag. Ein Umbenennungsverfahren provoziere auch Widersprüche und könne langwierig und unwürdig werden. Die Holländische Straße, die für die Umbenennung vorgeschlagen war, habe eine lange Tradition.

Die Kasseler CDU geht damit bewusst auf Konfrontationskurs zur Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer (CDU). Sie hatte in einem Brief an Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) geschrieben: "Die Umbenennung der Straße wäre ein deutliches Zeichen des Gedenkens an Halit Yozgat als Bürger der Stadt Kassel."

2006 war Halit Yozgat in seinem Internetcafé in Kassel von Rechtsextremisten der sogenannten Zwickauer Zelle erschossen worden. Auf der zentralen Gedenkfeier für die Opfer rechter Gewalt Mitte Februar in Berlin hatte der Vater Ismail Yozgat den Wunsch geäußert, die Straße nach seinem Sohn zu benennen. In dieser Straße liegt der der Tatort. Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hatte daraufhin einstimmig beschlossen, eine "geeignete Form des Gedenkens und Mahnens" für die zehn Opfer der Neonazi-Mordserie und insbesondere für Halit Yozgat zu finden. Kassels Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) sagte: "Eine Entscheidung, wie dieser Ort aussehen kann und wo er sein wird, muss auf einer breiten gesellschaftlichen Basis beruhen." Darüber müsse diskutiert werden.

"Eigentlich wollten wir uns nicht äußern, aber das kann man so nicht stehen lassen, denn wir sind dagegen", betonte CDU-Fraktionschef Wett. Er setze nun auf die Verständigung der Oberbürgermeister aller betroffenen Städte. "Es soll keinen Alleingang Kassels geben."

dpa

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