Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 14 ° Regenschauer

Navigation:
Jobmotor Weihnachten lässt Arbeitslosigkeit sinken

Arbeitsmarkt Jobmotor Weihnachten lässt Arbeitslosigkeit sinken

Der Jobmotor Weihnachten ist angesprungen: Wegen der zum Jahresende zunehmenden Aushilfsjobs ist die Arbeitslosigkeit in Hessen auch im November weiter zurückgegangen.

Voriger Artikel
Warnung vor Blindgängern im Niedrigwasser
Nächster Artikel
Adventskalender zeigt Hessen in aller Welt

Der Jobmotor Weihnachten ist angesprungen: Foto: Uwe Zucchi

Frankfurt. Mit 167 261 arbeitslosen Männern und Frauen meldete die Frankfurter Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch den niedrigsten Novemberwert seit 1992. Das waren rund 3.000 oder 1,8 Prozent weniger als im Oktober. Die Arbeitslosenquote blieb bei 5,4 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch 5,9 Prozent betragen.

„Gerade im Einzelhandel und im Versandhandel werden jetzt verstärkt Mitarbeiterinnen für zeitlich befristete Tätigkeiten gesucht", erklärte Direktionschef Frank Martin den Weihnachtsboom. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Frauen sank mit 2,7 Prozent deutlich stärker als die der arbeitslosen Männer, die nur einen Rückgang von 0,9 Prozent schafften.

Hessens DGB-Chef Stefan Körzell mochte sich nicht recht an der Minijob-Bescherung freuen. Es sei kein arbeitsmarktpolitischer Erfolg, wenn Frauen massenweise für das Weihnachtsgeschäft in prekäre Arbeitsverhältnisse kämen. Im Januar würden sie bereits nicht mehr gebraucht. „Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert die Abschaffung der Minijobs und Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro, um diese Form der Beschäftigung zu verhindern."

Problemfeld Nummer Eins bleibt aber weiterhin die Arbeitslosigkeit älterer Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren. In dieser Gruppe, die inzwischen mehr als 30 Prozent aller Arbeitslosen stellt, sank die Arbeitslosenzahl nur um unterdurchschnittliche 0,5 Prozent.

„Der Arbeitsmarkt ist immer noch nicht bereit, diese immer größer werdende Bevölkerungsgruppe zu integrieren. Auch beim Weihnachtsgeschäft können Ältere nicht punkten. Bei den über 55-jährigen sank die Arbeitslosigkeit im November um gerade einmal 43 Personen. Gerade im Hinblick auf die Fachkräftediskussion ist dies für mich nur schwer nachvollziehbar", erklärte Martin in einer Mitteilung. Das Problem werde von der Politik ignoriert, kritisierte der DGB.

Starke regionale Unterschiede registrierten die Agenturen. Erneut gab es im Landkreis Fulda mit einer Quote von 3,5 Prozent die wenigsten Arbeitslosen, während in der Stadt Offenbach als Schlusslicht jeder Zehnte ohne Job blieb.

Die Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wuchs bis September im Jahresvergleich um 2,5 Prozent auf 2,28 Millionen Menschen, wie die Direktion weiter mitteilte. Hessen lag damit im Bundesschnitt, aber unter dem Wert für Westdeutschland mit 2,6 Prozent Wachstum.

„Trotz Beschäftigungsrekord ist noch mehr Arbeit möglich und nötig", erklärte dazu der Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Volker Fasbender. Es werde immer deutlicher, dass nicht die Arbeit, sondern eher die Arbeitskräfte ausgingen. Alle Beschäftigungspotenziale im Inland zu heben und gleichzeitig im Ausland verstärkt um Fachkräfte zu werben seien zwei Seiten einer Medaille.

Voriger Artikel
Nächster Artikel