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Israelische Feministin verteidigt und kritisiert Grass

Literatur Israelische Feministin verteidigt und kritisiert Grass

Als "bedauerliche Entscheidung" hat die israelische Frauenrechtlerin Shula Keshet das offizielle Einreiseverbot für Günter Grass kritisiert.

Wiesbaden. "Er ist persönlich in Israel sehr willkommen", sagte die Künstlerin mit iranischen Wurzeln am Dienstag in Wiesbaden. Zugleich bewertete sie aber das umstrittene Gedicht des Literaturnobelpreisträgers zum israelisch-iranischen Konflikt kritisch. Es sei "extrem", Israel zur atomaren Bedrohung des Weltfriedens zu erklären, ohne zugleich die Drohungen von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad zu erwähnen. Dieser hatte Israel mit der Auslöschung von der Weltkarte gedroht.

Ziel müsse es jetzt sein, Israelis und Iraner von ihren militärischen Plänen abzubringen. "Dieses Problem kann nicht durch Krieg gelöst werden", sagte Keshet, die mit sozial benachteiligten Frauen in der Nähe von Tel Aviv arbeitet. Sie sehe auch gemeinsame Ansätze und Interessen mit den Frauen im Iran. Keshet, die zur israelischen Friedensbewegung gehört, ist auf Einladung des Ostermarschbüros derzeit in Deutschland unterwegs.

Dessen Sprecher Willi van Ooyen, der auch Fraktionschef der Linken im hessischen Landtag ist, verlangte eine atomwaffenfreie Zone sowie die Einberufung einer sicherheitspolitischen Konferenz für den Nahen und Mittleren Osten. Grass habe mit seinem Gedicht das in Deutschland ausgeblendete Thema Krieg und Militarisierung wieder ins Bewusstsein gerückt. "Dafür bin ich Günter Grass durchaus dankbar", sagte von Ooyen auf einer Pressekonferenz zusammen mit Keshet im Landtag.

dpa

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