Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hessen Intendant Reese verlässt Frankfurt und wird Peymann-Nachfolger
Mehr Hessen Intendant Reese verlässt Frankfurt und wird Peymann-Nachfolger
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 01.12.2014
Reese, Intendant des Schauspiels Frankfurt am Main. Quelle: Arne Dedert/Archiv
Frankfurt/Main

Reese soll zum 1. August 2017 die Leitung der traditionsreichen Bühne übernehmen. Sein Vertrag läuft zunächst fünf Jahre. Seine Nachfolge in Frankfurt ist noch offen.

Der 1964 bei Paderborn geborene Theatermacher war nach Stationen an den Münchner Kammerspielen, dem Düsseldorfer Schauspielhaus und dem Bayerischen Staatsschauspiel 1989 als Dramaturg ans Bayerische Staatsschauspiel gegangen. 1991 wurde er Chefdramaturg in Ulm, von 1994 bis 2001 war er in der gleicher Funktion am Maxim Gorki Theater Berlin. Danach wechselte er an das Deutsche Theater, wo er zunächst stellvertretender Intendant und ab der Spielzeit 2008 Intendant war. In der Saison 2009/10 wechselte er ans Schauspiel Frankfurt.

"Das ist zuerst einmal eine wunderschöne Nachricht für Herrn Reese", kommentierte die Sprecherin des Schauspiels Frankfurt, Veronika Breuning, die Nachricht. Für die Stadt Frankfurt sei es traurig - Reese habe großen Zuspruch beim Publikum. "Aber es ist auch eine Auszeichnung, die beweist, dass er das Haus vorangebracht hat."

"Das Schauspiel Frankfurt ist so erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht mehr", sagte Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Die Auslastung steige stetig. Man werde jetzt zeitnah sondieren, wer seine Nachfolge antrete, "damit das Schauspiel Frankfurt weiterhin zu den künstlerisch besten Häusern der deutschen Theaterlandschaft gehört". Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) bedauerte nach Angaben eines Sprechers den Fortgang. Reese habe den Ruf des Schauspiels Frankfurt als eines der bedeutendsten Theater in Deutschland gefestigt.

Für seine Zeit am Berliner Ensemble kündigte Reese an, er wolle aus dem BE "ein Theater der Gegenwart oder noch konsequenter ein Theater der Autoren" machen. Dafür wolle er international nach Autoren Ausschau halten. "Keine Angst vor guter Unterhaltung!". Man solle ins Theater gehen wie in einen neuen spannenden Film, so der Theatermann.

dpa