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Hessische Luchse ziehen Junge auf

Tiere Hessische Luchse ziehen Junge auf

In Hessens Wäldern ziehen wilde Luchse wieder Junge auf. Das geht aus dem „Luchsbericht 2011" hervor, den der Arbeitskreis Hessenluchs im Auftrag des hessischen Umweltministeriums angefertigt hat.

Wiesbaden. Zum ersten Mal in Hessen sei im Schwalm-Eder-Kreis Luchs-Nachwuchs durch Foto und Video nachgewiesen worden, teilte der Arbeitskreis am Mittwoch mit. Aber wie groß die Bestände sind und wo genau die gefleckten Katzen leben, ist bisher unklar. „Auch nach sieben Jahren Luchs-Monitoring lässt sich nicht sagen, wie viele Luchse in Hessen unterwegs sind", sagte die Biologin Martina Denk. Die meisten vom Arbeitskreis erfassten Meldungen seien Beobachtungen von Spaziergängern, Jägern oder Waldarbeitern.

Luchse sind scheue Einzelgänger. Sie brauchen große, naturnahe Gebiete, die wald- und wildreich sind. Bis zu 400 Quadratkilometer sollte ein Luchs-Revier umfassen. Bis zu drei Kilo Fleisch braucht ein erwachsenes Tier täglich – zu seinem Beutespektrum gehören Rehe, Wildschweine, Füchse, Hasen und Mäuse. Die 50 bis 70 Zentimeter großen und 20 Kilo schweren Katzen sind hoch mobil: „Derselbe Luchs kann morgens im Vogelsberg und nachmittags schon in der Wetterau sein", sagte Biologin Denk.

Ganz sicher leben Luchse unter anderem in den Wäldern südlich von Kassel. Dort gelang der Nachweis mit Fotofallen an fünf Stellen. Das „Fotofallenmonitoring", bei dem die Tiere selbst den Auslöser der Kamera im Vorbeigehen betätigen, soll 2012 fortgesetzt werden. Die gefleckte Katze mit den Pinselohren kommt außerdem im Werra-Meißner-Kreis, im Vogelsberg und im Rheingau vor. Einige Tiere sind vermutlich aus dem Harz, andere aus dem Bayerischen Wald nach Hessen zugewandert.

dpa

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