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Hessische AfD nur mit Führungsduo: Lambrou und Herrmann

Parteien Hessische AfD nur mit Führungsduo: Lambrou und Herrmann

Die AfD in Hessen stellt sich schlanker auf. Künftig gibt es nicht mehr drei, sondern zwei Landessprecher. Deren Hauptaufgabe: Die Partei in den Landtagswahlkampf führen.

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Robert Lambrou (l) und Klaus Herrmann wurden beim AfD-Landesparteitag in Gießen zu den neuen Sprechern gewählt.

Quelle: Carolin Eckenfels

Gießen. Die hessische AfD hat zwei neue Landessprecher: Der Parteitag in Gießen wählte am Samstag Robert Lambrou und Klaus Herrmann in die Spitzenämter. Zuvor hatten die rund 200 Delegierten mit großer Mehrheit beschlossen, dass es künftig kein Sprecher-Trio, sondern nur noch ein Sprecher-Duo geben soll.

Lambrou (50) ist AfD-Fraktionsgeschäftsführer in Wiesbaden und erhielt 56 Prozent der Stimmen. Der 57-jährige Herrmann, Fraktionsvorsitzender im Wetteraukreis, holte 55 Prozent. Nicht mehr kandidiert hatten die bisherigen Landessprecher Albrecht Glaser, Peter Münch und Rolf Kahnt.

Die AfD will bei der Landtagswahl 2018 den Einzug in das künftige hessische Parlament schaffen. Die Rechtspopulisten landeten bei der Bundestagswahl im September in Hessen mit 11,9 Prozent an dritter Stelle. Die Partei hat in Hessen rund 2450 Mitglieder.

Die neu gewählten Sprecher, die gleichberechtigt an der Parteispitze stehen, riefen auch mit Blick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr zur Geschlossenheit auf. "Wir werden es nur schaffen, Volkspartei zu werden und unser Land, unsere Heimat, wieder auf Kurs zu bringen, wenn wir uns alle zusammenraufen, statt uns gegenseitig zu verdrängen", sagte Lambrou. Die AfD müsse die innerparteilichen Reihen geschlossen halten, betonte Herrmann, der damit auch zurückliegende Querelen innerhalb der Landespartei ansprach.

Keine Mehrheit erhielt der bisherige Beisitzer Andreas Lichert, der dem rechten Flügel zugerechnet wird. Die Stimmen reichten weder für den Posten des Landessprechers noch für den Beisitz. Lichert ist für den umstrittenen Verein "Institut für Staatspolitik" aktiv, der als Denkfabrik der Neuen Rechten in Deutschland gilt.

Die Delegierten vergaben auf ihrem Parteitag in Gießen auch die weiteren Posten im Landesvorstand. Die Zahl der stellvertretenden Sprecher wurde ebenfalls von drei auf zwei verringert. Eigentlich hätte der Vorstand schon Mitte November neu gewählt werden sollen. Das scheiterte unter anderem an technischen Problemen mit Stimmgeräten. Diesmal funktionierten sie bis auf einzelne Ausnahmen einwandfrei.

Der Parteitag endete überraschend am Samstagabend. Zunächst war geplant, dass er am Sonntag fortgesetzt wird. Weitere Punkte wie die geplante Satzungsänderung sollen bei einem gesonderten Parteitag erörtert werden.

dpa

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