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Hessen einziger "Kinderknast" eröffnet am Mittwoch

Kriminalität Hessen einziger "Kinderknast" eröffnet am Mittwoch

Mit reichlich Verspätung öffnet am Mittwoch Hessens einziges geschlossenes Kinderheim im osthessischen Sinntal. Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) werde die Betriebserlaubnis überreichen, teilte das Ministerium am Montag mit.

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Der «Kinderknast» öffnet mit gut einem Jahr Verspätung.

Quelle: Marc Tirl/Archiv

Sinntal. Die intensivpädagogische Wohngruppe, von Kritikern auch "Kinderknast" genannt, sollte eigentlich bereits Anfang August 2011 öffnen.

Wegen eines Wasserschadens, eines Wechsels in der Heimleitung und eines langen Genehmigungsverfahrens sei der Termin mehrmals verschoben worden, sagte Leiter Christian Vahlhaus. Acht kriminelle, aber strafunmündige Kinder zwischen 10 und 13 Jahren können im Heim untergebracht und therapiert werden.

Wann die ersten verhaltensauffälligen und gewaltbereiten Kinder eingewiesen werden, sei unklar, berichtete die Heimleitung. Jugendämter hätten aber bereits Interesse an der Unterbringung signalisiert, sagte ein Ministeriumssprecher. 95 Mitarbeiter arbeiten im gesamten Jugendhilfezentrum, das für fünf Millionen Euro um den geschlossenen, neu erbauten Teil erweitert wurde.

Die Einrichtung ist wieder die erste ihrer Art in Hessen, seit 1978 das letzte geschlossene Heim dicht gemacht hat. Im Sommer 2011 stritten sich im Landtag die Fraktion über den "Kinderknast". CDU und FDP befürworten das Heim, SPD und Linke sind klar dagegen, die Grünen lehnen es bedingt ab und sehen keinen Bedarf.

Die Wohngruppe ist dem Jugendhilfezentrum in Sinntal-Sannerz (Main-Kinzig-Kreis) angeschlossen. Träger ist der katholische Salesianerorden Don Bosco. Der Bau der Einrichtung wurde mit 1,3 Millionen Euro vom Land Hessen bezuschusst, das jetzt schwer verhaltensauffällige Kinder nicht mehr in Häuser benachbarter Bundesländer schicken muss. Potenzielle Kandidaten für die je 12,5 Quadratmeter kleinen Zimmer im geschlossenen Heim sind Kinder, die bereits Körperverletzungen, Einbrüche und Diebstähle begangen haben.

dpa

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