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Haschmatullah F. freut sich auf erste ruhige Nacht

Migration Haschmatullah F. freut sich auf erste ruhige Nacht

Der aus Afghanistan zurückgeholte Flüchtling Haschmatullah F. ist am Donnerstagabend in Tübingen angekommen. Er könne vor Freude kaum still sitzen, sagte er bei einer Pressekonferenz einer Dolmetscherin zufolge.

Tübingen. F. hatte im Sommer mehrere Monate in Tübingen gelebt. In seiner damaligen Unterkunft sollte er am Donnerstag wieder unterkommen. In seiner Zeit in Bulgarien und Afghanistan habe er nicht zur Ruhe gefunden. "Ich hoffe, dass ich heute Nacht endlich mal ruhig schlafen kann."

Der 23-Jährige bedankte sich bei der Bundesregierung dafür, dass er zurückgeholt wurde. "Sie haben meine Probleme dadurch gelöst", sagte er. In Afghanistan war sein Leben in Gefahr, weil ihm die Taliban auf den Fersen waren, wie er schilderte. Er habe auf der Straße gelebt, sich im Wald versteckt.

Er war nach eigenen Angaben ursprünglich aus seiner Heimat geflüchtet, weil er als Militärangehöriger wegen der Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften von den Taliban und der Terrormiliz Islamischer Staat bedroht worden sei. Dass Militärangehörige einer besonderen Risikogruppe angehörten, bestätigte sein Anwalt Markus Niedworok. 

Haschmatullah F. war zu Unrecht aus Deutschland nach Bulgarien und von dort nach Afghanistan abgeschoben worden, obwohl dagegen am Verwaltungsgericht Sigmaringen ein Eilantrag anhängig war. Das Gericht hatte angeordnet, dass er zurückgeholt werden muss. Mit einem Visum der deutschen Botschaft in Pakistan ausgestattet, war F. am frühen Nachmittag gelandet. Ob er in Deutschland bleiben kann, soll ein Asylverfahren entscheiden.

Zu einem Fest am Abend hatte das Bündnis Bleiberecht Tübingen mehrere afghanische Flüchtlinge eingeladen.

dpa

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