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Hessen Halbzeit für Frankfurter Uni-Präsident
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10:30 26.12.2011
Frankfurt/Main

Wichtigste Aufgabe seiner Amtszeit: Die neuen Freiheiten gewinnbringend zu nutzen.

Ein Jahr bevor Müller-Esterl im Januar 2009 zum Präsidenten gewählt wurde, hatte sein Vorgänger die Goethe-Uni zu einer Stiftungshochschule des öffentlichen Rechts umgebaut. Der Jurist Rudolf Steinberg hat die Stiftungsuniversität durchgesetzt - der Mediziner Müller-Esterl muss sie mit Leben füllen. Er sieht sich dabei «auf einem guten Wege».

„Wir haben in ganz vielen Bereichen enorm an Autonomie gewonnen", umreißt er den wichtigsten Vorteil der Umstrukturierung. „Die Landesregierung hat bei der Umwandlung in eine Stiftungsuniversität 2008 viel Mut bewiesen: Wir haben einen Grad an Autonomie wie nirgendwo sonst in Deutschland." Die Hochschule habe beispielsweise mehr Freiheit bei der Berufung von Dozenten. Sie können alleine Studiengänge abschaffen oder neu einrichten. Sie sei Eigentümer ihrer Grundstücke – und damit auch Bauherr.

„Die neue Freiheit bringt auch neue Verpflichtungen mit sich", sagte Müller-Esterl. Wie man Bauprojekte leitet müsse eine Hochschule erst lernen. „Auch manche Frage der inneren Organisation ist noch offen." Seit einem Jahr habe die Universität eine eigene Fundraising-Abteilung, um Geld einzuwerben. Das Stiftungsvermögen belaufe sich aktuell auf 144 Millionen – feste Zusagen, die aber noch nicht verbucht sind, mit eingerechnet. Zwei Einzelstiftungen mit 15 und 21 Millionen kämen dazu.

Zum Jahreswechsel liege nun ein „Masterplan" vor, der die Entwicklung der Hochschule für die nächsten fünf Jahre festzurrt. Planung sei als Stiftungsuniversität wichtiger geworden, sagte Müller-Esterl. Als die Stiftungsuni gegründet wurde, war das erklärte Ziel, unter die 50 besten Hochschulen der Welt zu kommen. Beim renommierten Shanghai-Ranking landete Frankfurt zuletzt erstmals unter den ersten 100. Unter den deutschen Mitbewerbern war das der sechste Platz.

dpa