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Hessen Grabesgruß aus den Neunzigern
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15:11 13.11.2012
Schon lange dabei: Mark Lanegan. Quelle: Handout
Hannover

Bitte mal nicht den Blick oben als Provokation auffassen; der Mann guckt immer so. Mark Lanegan ist im gegenwärtigen Rockgeschehen der Gegenentwurf zu all den fein frisierten Jungs in Ringelshirts, ein Anti-Indie-Held mit nichtsdestotrotz ausgeprägtem Hang zu grüblerischer Introspektion. Keine Aaaahs, kaum Ooohs, die seinen Songs heitere Momente bescheren. Stattdessen führt Lanegan mit gründelndem Bariton durch eine Blues-Grunge-Steppe, über der noch Staub aus den Neunzigern wirbelt.

Ein Blick in Lanegans Wikipedia-Eintrag ist etwa so aufschlussreich wie die Rocklexikon-Lektüre im Kapitel „Alternative Rock" – Lanegan schien keine Rocksensation auslassen zu wollen: Seine Band Screaming Trees legte einen Grunge-Grundstein, mit Kurt Cobain stand Lanegan im Studio, bei den Queens of the Stone Age mischte er mit, mit Isobel Campbell (Belle & Sebastian) sang er im Duett. Und werkelte an seiner Solokarriere. Zuletzt erschien „Blues Funeral", eine düstere Platte über Vergebliches und Vergängliches, die Lanegan am Dienstag, 13. November 2012 im Musikzentrum, Emil-Meyer-Straße 26–28, vorstellt. Beginn ist um 20 Uhr, der Eintritt kostet 30 Euro.
 

Marina Kormbaki