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Gedenken an Neonazi-Opfer: Bewegender Auftritt eines Vaters

Extremismus Gedenken an Neonazi-Opfer: Bewegender Auftritt eines Vaters

In einem bewegenden Auftritt hat der Vater des 2006 in Kassel von Rechtsextremisten ermordeten Halit Yozgat die Gedenkfeier für die zehn Neonazi-Opfer gewürdigt.

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Turgut Yozat, Vater eines Neonazi-Opfers bei der Gedenkfeier. Foto: Michael Kappeler

Berlin/Kassel. Er schilderte bei der Feier im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt vor 1200 Gästen, wie sein Sohn in seinen Armen starb.

Er dankte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Rede und dem am vorigen Freitag zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff dafür, dass er diese Veranstaltung möglich gemacht habe. "Wir sind seine Gäste. Wir bewundern ihn", sagte Yozgat.

Er dankte für das Angebot finanzieller Unterstützung, betonte aber, Geld wolle seine Familie nicht annehmen. Sie bitte um seelischen Beistand. Statt materieller Entschädigung habe er drei Wünsche. "Unser erster Wunsch ist, dass die Mörder gefasst werden." Auch die Hintermänner müssten aufgedeckt werden. Das Vertrauen seiner Familie in die deutsche Justiz sei groß.

Der zweite Wunsch sei, dass die Holländische Straße, in der sein Sohn in Baunatal geboren wurde und dort in seinem Internetcafé starb, nach ihm benannt werde. Als dritten Wunsch äußerte Yozgat, dass im Gedenken an die insgesamt zehn ermordeten Menschen ein Preis ausgelobt und eine Stiftung gegründet werde. Sämtliche Einnahmen und Spenden sollten krebskranke Menschen bekommen.

Die Stadt Kassel äußerte sich zunächst zurückhaltend. Er könne das Bedürfnis nach einem Andenken an den ermordeten Halit Yozgat nachvollziehen, teilte Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) am Donnerstag nach der Gedenkveranstaltung für die zehn Neonazi-Opfer mit. "Eine Entscheidung, wie dieser Ort aussehen kann und wo er sein wird, muss auf einer breiten gesellschaftlichen Basis beruhen."

dpa

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