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Frankfurter Bombe entpuppt sich als Blindgänger

Polizei Frankfurter Bombe entpuppt sich als Blindgänger

Mit großem Aufwand bereiten die Polizei und die Stadt Frankfurt eine Bombenentschärfung in der Innenstadt vor. 900 Anwohner müssen weichen, der Schiffsverkehr wird gestoppt. Auch ein Hotel und Museen sind betroffen. Am Ende geht es dann überraschend schnell.

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Sandsäcke am Mainufer in Frankfurt am Main.

Quelle: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Nach der Evakuierung zahlreicher Wohnhäuser am Frankfurter Museumsufer ist am Sonntag eine Fliegerbombe sicher aus dem Main geborgen worden. Der 50 Kilogramm schwere Sprengkörper musste nicht entschärft werden, da sich kein Zünder mehr daran befunden hatte, wie die Polizei mitteilte. Rettungstaucher der Feuerwehr hatten den Blindgänger am Dienstag bei einer Tauchübung entdeckt. Er lag in unmittelbarer Nähe der Fußgängerbrücke Holbeinsteg im Fluss.

Insgesamt 900 Anwohner hatten ihre Wohnungen verlassen müssen, auch die Gäste des nahen Hotels Interconti waren betroffen. Die Museen Städel und das Liebieghaus mussten geschlossen bleiben, die Straße am Mainufer war während der Bergung gesperrt. Außerdem durften keine Schiffe die Stelle passieren.

Wie René Bennert vom Kampfmittelräumdienst beim Regierungspräsidium Darmstadt sagte, handelt es sich bei der etwa ein Meter lange Bombe um ein US-Fabrikat, die vermutlich ein TNT-Gemisch enthalte. "Wir sind mit dem Ablauf sehr zufrieden. Nachdem wir die Bombe untersuchen konnten und sich herausstellte, dass es keinen Zünder gibt, konnten wir Entwarnung geben", sagte der 39 Jahre alte Experte.

Die Bombe war zunächst von Tauchern mit einer Halterung versehen worden, danach hob ein Bagger den etwa einen Meter langen Sprengkörper aus dem Wasser. Geplant war, dass die Bombe in einem Schutzwall aus Sandsäcken entschärft werden sollte. Warum sich der Zünder im Laufe der Zeit gelöst hat, blieb unklar.   

Der Fluss wurde danach wieder für den Schiffsverkehr freigegeben, die Anwohner konnten zurück in ihre Häuser. Die Bombe wird nun gemeinsam mit anderen Sprengkörpern in Mittelhessen gelagert. Die gefährlichen Fundstücke werden zu einem späteren Zeitpunkt nach Sachsen transportiert und dort kontrolliert gesprengt. Wie René Bennert vom Kampfmittelräumdienst sagte, werden er und sein Kollege Dieter Schwetzler im Jahr zu etwa 30 bis 40 Einsätzen gerufen.

dpa

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