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Forscher: Begriff "schwul" ist heute "weitgehend wertneutral"

Fußball Forscher: Begriff "schwul" ist heute "weitgehend wertneutral"

Das Wort "schwul" wird von der Gesellschaft immer neutraler wahrgenommen, ist aber noch nicht völlig wertfrei. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden nach dem Outing des Ex-Fußballprofis Thomas Hitzlsperger.

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Hitzlsperger outete sich am 8. Januar als homosexuell.

Quelle: M. Murat/Archiv

Wiesbaden. Die Sprachforscher verfolgten das Adjektiv bis ins 17. Jahrhundert zurück. Es hat sich entwickelt aus "schwül" für "drückend warm". Seine heutige Bedeutung erhielt es gegen 1900. "In den Wörterbüchern tauchte es jedoch erst in den 1960er Jahren auf", berichtete die Gesellschaft am Freitag, und zwar mit der Markierung "derb". "Es war damals abwertend gemeint und wurde auch so empfunden."

Den Wandel haben die Homosexuellen ab den 1970er Jahren selbst herbeigeführt, indem sie sich selbst als "Schwule" bezeichneten und das Wort damit positiv umdeuteten. Selbst konservative Parteien scheuen sich heute nicht mehr, es zu gebrauchen ("Schwule und Lesben in der Union").

Der Beiklang des Wortes sei aber abhängig vom Kontext: In Bezug auf sexuelle Orientierung werde "schwul" heute "weitgehend wertneutral verstanden". Anders verhält es sich in der Jugendsprache. Dort stehe "schwul" für "unattraktiv, uninteressant, unbefriedigend".

dpa

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