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Hessen Expertin: Arbeitslosigkeit in Familien nicht tabuisieren
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16:05 08.02.2012
Berlin/Frankfurt/Main

Wichtig sei auch, dass die Kinder wissen, warum eine Arbeitsstelle verloren ging. Denn auch ohne eigene Erfahrung mit der Arbeitswelt, können sich Ängste im Kindesalter entwickeln - wie das Kinderbarometer der Landesbausparkasse Hessen-Thüringen belegt. Demnach hat jedes dritte Kind in Hessen Angst, als Erwachsener einmal arm oder arbeitslos zu sein.

"Wenn Kinder in Familien mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind, kann es sein, dass sie die Ängste der Eltern auf sich projizieren", erklärte Brühl. Dies aufzufangen, damit seien die Eltern dann oft überfordert. "Schulen, Sportvereine und Kitas müssen deshalb mit Gesprächen und Präventionsarbeit aktiv werden", forderte die Psychotherapeutin. Bislang werde leider noch viel zu oft Kindern auf subtile Art vermittelt, dass die Arbeitswelt gefährlich und bedrohlich ist. "So können bei Kindern Ängste geschürt werden."

Wichtig sei vielmehr, Kindern Zuversicht und Mut zu vermitteln, betonte Brühl. Denn: "Ängste entstehen immer da, wo keine Sicherheit ist." Ob Ängste vor Armut oder Arbeitslosigkeit bei Kindern therapiert werden müssen, hängt nach den Worten der Expertin von der Schwere ab. "Wenn ein Kind ein verängstigtes Verhalten zeigt, aber nicht darüber reden kann, ist dies ein Anlass, einen Psychologen aufzusuchen." Oft könne schon ein beratendes Gespräch helfen.

dpa