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Erneut mehr Anfragen zu NS-Verfolgten bei Suchdienst

Geschichte Erneut mehr Anfragen zu NS-Verfolgten bei Suchdienst

Die Zahl der Anfragen über Verfolgte des NS-Regimes beim Internationalen Suchdienst (ITS) in Bad Arolsen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. 15 635 Anfragen zeigten, dass auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das Interesse an den Schicksalen anhalte, teilte der ITS am Mittwoch mit.

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Floriane Hohenberg, Leiterin des Internationalen Suchdienstes ITS.

Quelle: Uwe Zucchi/Archiv

Bad Arolsen. 2015 waren es mehr als 15 400 Anfragen. Weltweit leben Menschen mit ungeklärten Fragen über die Schicksale von Angehörigen, die durch die Nazis ermordet, verfolgt oder verschleppt wurden.

Rentenanfragen für bisher ausgeklammerte Opfergruppen seien ein Grund für den Anstieg. Durch eine Gesetzänderung in Polen erhalten nun auch jüdische NS-Verfolgte Renten, die seitdem außerhalb des Landes leben. Mehr als 2000 Mal traten deshalb Überlebende an den ITS heran. Auch die Reform der sogenannten Ghettorenten in Deutschland sorgte für mehr Anfragen. Überlebende benötigen Bescheinigungen über Verfolgung und Inhaftierung, um die Renten zu erhalten. "Die Anfragen der hochbetagten Überlebenden haben beim ITS derzeit absoluten Vorrang", sagte ITS-Direktorin Floriane Hohenberg.

Der ITS ist eine der wichtigsten Aufklärungsstellen für NS-Opfer. Hier lagern rund 30 Millionen Dokumente aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen sowie Unterlagen über die Zwangsarbeit und die Migration infolge des Zweiten Weltkriegs, darunter Informationen über Anne Frank, Willy Brandt und eine Kopie von "Schindlers Liste". Die Originaldokumente und die Zentrale Namenkartei des ITS gehören zum Unesco-Weltdokumentenerbe.

dpa

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