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Diakonie fordert "armutsfeste" Mindestrente

Kirchen Diakonie fordert "armutsfeste" Mindestrente

Die beiden Diakonischen Werke der Evangelischen Kirche in Hessen fordern eine "armutsfeste" Mindestrente. "Wer arbeitet, erzieht und pflegt, darf im Alter nicht auf Tafeln angewiesen sein", erklärten Pfarrer Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Hessen und Nassau (DWHN), und Landespfarrer Horst Rühl, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werkes in Kurhessen-Waldeck (DWKW), laut Mitteilung am Sonntag beim Jahresempfang beider Verbände in Marburg.

Marburg. Wegen der demografischen Entwicklung und ihrer Folgen für das umlagefinanzierte Rentensystem werde die Altersarmut bis zum Jahr 2020 auf fast 20 Prozent steigen. "Wer sich für die Mindestrente einsetzt, muss auch den armutsfesten Mindestlohn fordern. Denn prekäre Beschäftigung vervielfacht das Armutsrisiko", teilten die beiden Diakonie-Spitzen mit. Vorrangiges Anliegen von Kirche und Diakonie sei es, das Miteinander der Generationen im Sinne eines ethischen Generationenvertrages zu fördern.

Hessens Integrationsminister Jörg-Uwe Hahn (FDP) wies bei dem Empfang auf die besondere Lage der alten Menschen mit ausländischen Wurzeln hin. "Fast 20 Prozent der älteren Mitbürger über 65 Jahren haben einen Migrationshintergrund", sagte Hahn laut Mitteilung. Zwar laufe die Gruppe der über 60-Jährigen nach der Statistik vergleichsweise wenig Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden. Allerdings gebe es altersspezifische Kriminalität.

Von Vorbeugeberatungen und Hilfen der Polizei würden die älteren Menschen mit Migrationshintergrund aber kaum erreicht. "Mangelnde Sprachkenntnisse führen dazu, dass sich ältere Ausländer nur selten bis gar nicht an polizeiliche Beratungsstellen oder Hilfeeinrichtungen wenden", sagte Hahn. Deshalb müssten kulturelle Besonderheiten erkannt und berücksichtigt werden. Dazu seien zweisprachige Ansprechpartner besonders hilfreich.

dpa

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