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Hessen Debatte um Agrarspekulationen: Deutsche Bank hört Kritiker an
Mehr Hessen Debatte um Agrarspekulationen: Deutsche Bank hört Kritiker an
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18:15 16.04.2014
Eine Demonstration gegen Nahrungsmittelspekulation. Quelle: Boris Roessler/Archiv
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Frankfurt/Main

Die Bank selbst wollte sich nicht zu den Inhalten äußern. Doch einige Teilnehmer zeigten sich im Anschluss enttäuscht.

"Ich habe den Eindruck, die Positionen haben sich nicht wirklich angenähert", sagte der Generalsekretär der Welthungerhilfe, Wolfgang Jamann. Er habe sich "ein wenig mehr Konsequenzen" erhofft. Auch Foodwatch-Geschäftsführer Thilo Bode reagierte ernüchtert. "Die Deutsche Bank kam mit leeren Händen", sagte er laut einer Mitteilung. Weder habe sie entkräften können, "dass ihre Finanzprodukte zu Preissteigerungen von Lebensmitteln beitragen, noch hat sie endlich einen Schlussstrich unter die Geschäfte mit dem Hunger gezogen."

Mit Lebensmittel-Spekulationen sind in erster Linie Finanzprodukte von Banken gemeint, mit denen Anleger Wetten auf die Preisentwicklung bei Getreide wie Mais oder Weizen abschließen können. Ursprünglich dienten solche Warentermingeschäfte der Absicherung von Bauern gegen wetterbedingt schlechte Ernten. Kritiker halten den Finanzinstituten aber vor, dass es sich inzwischen vor allem um spekulative Geschäfte handele, die den Preis für Nahrungsmittel auf Kosten von armen und hungernden Menschen in Entwicklungsländern in die Höhe trieben. Befürworter betonen die Bedeutung der Geschäfte zur Preissicherung.

Im Gegensatz zu Instituten wie der Commerzbank, der Dekabank und der DZ Bank lehnt es die Deutsche Bank bislang ab, auf die umstrittenen Geschäfte zu verzichten. Fitschen hatte argumentiert, der Hunger könne nur abgestellt werden, wenn es gelinge, Kapital auf intelligente Weise in diese Bereiche zu lenken.

dpa

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