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Blackrock-Chef: Börsenfusion noch wichtiger

Börsen Blackrock-Chef: Börsenfusion noch wichtiger

Klappt es dieses Mal mit der Börsenhochzeit Frankfurt-London? Oder macht der Brexit den Konzernen einen Strich durch die Rechnung? Im Gegenteil, sagen die Deutsche Börse und ihr größter Einzelaktionär.

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Deutsche-Börse-Chef drückt bei LSE-Fusion aufs Tempo

Blackrock-Chef Larry Fink.

Quelle: Franck Robichon/Archiv

Eschborn. Unterstützt vom einflussreichen Großaktionär Blackrock drückt die Deutsche Börse bei ihrem Fusionsplan mit der London Stock Exchange (LSE) aufs Tempo. Das Vorhaben sei mittlerweile weit fortgeschritten, sagte Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter am Montagabend beim Neujahrsempfang des Dax-Konzerns in Eschborn. "Wir wollen den Standort Frankfurt stärken - und wir werden den Standort Frankfurt stärken. Deshalb müssen wir das Fusionsvorhaben so schnell wie möglich zum Erfolg führen."

Blackrock-Chef Larry Fink stellte sich ausdrücklich hinter die Fusionspläne als Schritt zur Stärkung der Kapitalmärkte in Europa. "Die Deutsche Börse hat mit dem beabsichtigten Zusammenschluss mit der LSE einen wichtigen Schritt in Richtung gesünderer Märkte gemacht", sagte der Gründer und Chef des weltgrößten Vermögensverwalters. "Der Brexit macht die Beibehaltung der Beziehungen zu London sogar noch wichtiger." Die weiterentwickelten Kapitalmärkte auf der Insel seien "essenziell für das neue Europa".

Deutsche Börse und LSE wollen einen europäischen Börsenriesen schmieden. Noch steht die Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter und der hessischen Börsenaufsicht aus. Dass der Sitz der Dachgesellschaft in London sein soll, sorgt in Frankfurt für Kritik - erst Recht, nachdem die Briten den EU-Austritt ihres Landes (Brexit) vorbereiten.

"Die Skeptiker sollten in Betracht ziehen, dass es einen Bedarf an stärkeren Kapitalmärkten in Europa gibt", sagte Fink. Eine fusionierte Börse könnte den Zugang zu Kapital auf dem Kontinent erleichtern. Blackrock ist nach eigenen Angaben mit einem Anteil von aktuell 5,74 Prozent größter Einzelaktionär der Deutschen Börse.

Kengeter betont einmal mehr die Bedeutung des Zusammenschlusses - gerade auch für den Finanzplatz Frankfurt. "In den vergangenen Jahren hat die Deutsche Börse dreistellige Millionenbeträge in Frankfurt investiert, gerade im letzten Jahr haben wir Hunderte Arbeitsplätze geschaffen", erinnerte der Manager. "Wir möchten dieses Engagement gerne und konsequent fortsetzen. Das wird uns aber nur gelingen, wenn wir eine Führungsposition im globalen Wettbewerb erreichen."

dpa

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