Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Hessen Bewährungsstrafe für schlecht gemachtes Falschgeld
Mehr Hessen Bewährungsstrafe für schlecht gemachtes Falschgeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:33 19.01.2012
So gut sahen die gefälschten Scheine offenbar nicht aus. Einen Zeugen erinnerten sie eher an die Bstelarbeit eines Kindes.
Wetzlar

Das Amtsgericht der mittelhessischen Stadt sprach den Mann am Donnerstag schuldig, einem Bekannten im Oktober 2010 eine 50-Euro-Blüte angedreht zu haben. Anfang 2011 fand die Polizei in der Wohnung des Angeklagten fünf weitere falsche Geldscheine. Die Richter verurteilten ihn wegen Geldfälschung in einem minderschweren Fall zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr.

Unklar blieb, ob der Mann die Blüten selbst gebastelt oder auf andere Weise beschafft hatte. Sicher war nur, dass sie von mieser Qualität waren: Vorder- und Rückseite zusammengeklebt und die Seitenränder unsauber ausgeschnitten. „Das waren Fälschungen, die macht sich ein Kind zu Hause beim Spielen", berichtete ein Polizist als Zeuge.

Der Angeklagte sagte, ihm müsse das Falschgeld auf dem Rummel untergejubelt worden sein. Er habe an einer Imbissbude einen 500-Euro-Schein – zuvor abgeholter Lohn für seine Maurertätigkeit – gewechselt. Von diesem Geld habe er dann einen „50er" bei seinem Bekannten abermals eingetauscht, um sich Zigaretten am Automaten ziehen zu können.

Vor Gericht verwickelten sich der mehrfach vorbestrafte Angeklagte und die Zeugen in Widersprüche, so dass der Vorsitzende Richter befand: „Die Geschichte stimmt hinten und vorne nicht." Der Staatsanwalt ging davon aus, dass der 41-Jährige wusste, dass es sich bei den Scheinen um Falschgeld handelte. Er habe auf dem Volksfest testen wollen, ob er die Blüten los werden könne.

Das Gericht brummte dem Angeklagten als Bewährungsauflage Arbeitsstunden auf, außerdem soll er seinem Bekannten 50 Euro als Schadenswiedergutmachung zahlen. „Aber echte Euros", betonte der Vorsitzende – und der Angeklagte nickte brav.

dpa