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Baugewerbe: Fehlende Grundstücke bleiben Hauptproblem

Bau Baugewerbe: Fehlende Grundstücke bleiben Hauptproblem

Der Bau in Hessen boomt. Dass trotzdem zu wenig bezahlbare Wohnungen entstehen, liegt nach Einschätzung der Branche an anderen Akteuren. Land und Kommunen müssten sich besser aufstellen.

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Vizepräsident Hans-Hartwig Loewenstein.

Quelle: Marc Tirl/Archiv

Frankfurt/Main. Fehlende Grundstücke bleiben nach Einschätzung des hessischen Baugewerbes das zentrale Problem bei der Beseitigung der Wohnungsnot im Ballungsraum Rhein-Main. Insbesondere der Stadt Frankfurt fehlten die notwendigen Flächen, es gebe aber auch etliche Defizite in den Verwaltungen, klagte der Verband baugewerblicher Unternehmer Hessen (BGVHT) am Montag in Frankfurt. So gehe die Zahl der Baugenehmigungen bereits wieder zurück.

Wegen der hohen Grundstückpreise werde nahezu ausschließlich mit extrem profitorientierten Investorengruppen gebaut, erläuterte Verbandspräsident Frank Dittmar. Für junge Familien seien Bau oder Erwerb einer Immobilie im Ballungsraum so gut wie nicht finanzierbar. Er verlangte eine Reduzierung der Grunderwerbssteuer und anderer Kaufnebenkosten.

Die deutliche Steigerung bei den Baukosten seit der Jahrtausendwende sei wesentlich auf verschärfte Energie-Vorschriften zurückzuführen, die nun wenigstens auf dem aktuellen Stand eingefroren werden müssten, verlangte Dittmar. Die Umsatzrenditen der Bauunternehmen verharrten hingegen bei allen Kostensteigerungen auf einem niedrigen Niveau von um die 2 Prozent.

Die Unternehmen klagen über mangelnde Kompetenz und Organisation bei ihren öffentlichen Auftraggebern. "Die öffentliche Hand macht zu wenig, um die dringend notwendigen Investitionen vorzubereiten", erklärte der Vizepräsident und Frankfurter Bauunternehmer, Hans-Hartwig Loewenstein. Er habe auch den deutlichen Eindruck, dass es den Kommunen an Fachpersonal fehle, um Bauten und Erhalt von Straßen und Gebäuden abzuwickeln. Es sei ein Fehler gewesen, auf Bundes- und Länderebene die ministeriellen Zuständigkeiten für Bau und Verkehr zu trennen.

Der Verband sieht viel Nachholbedarf insbesondere bei der Sanierung kommunaler Straßen. Die Aufträge würden überwiegend für die zweite Jahreshälfte vergeben, was zu Ungleichgewichten in der Auftragslage führe. Auch wegen der milderen Witterung sei die Branche aber inzwischen in der Lage, fast das ganze Jahr über ihre Bauleistungen zu erbringen. Ein Ausgleich der saisonalen Ungleichgewichte könnte seiner Einschätzung nach die Leistung um bis zu 30 Prozent steigern, meinte Loewenstein.

Die hessische Bauwirtschaft hat 2017 ein sehr gutes Jahr erlebt. Nach Schätzungen des BGVHT kletterten die Erlöse um mehr als 5 Prozent auf rund 7,4 Milliarden Euro. Das Statistische Landesamt berichtete zudem von einem Nachfrageboom im November: Vor allem neue Aufträge im Hochbau ließen das Volumen bei den größeren Betrieben um ein knappes Drittel (32,1 Prozent) auf 394 Millionen Euro wachsen.

dpa

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