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Hessen Ackermann verdient im letzten Chef-Jahr gut 9 Millionen Euro
Mehr Hessen Ackermann verdient im letzten Chef-Jahr gut 9 Millionen Euro
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11:19 20.03.2012
Frankfurt/Main

Das ist etwas mehr als ein Jahr zuvor, als sich die Gesamtbezüge auf rund 9 Millionen beliefen. Damit gehört der 64-jährige Ackermann einmal mehr zu den Spitzenverdienern im Deutschen Aktienindex, auch wenn Automanager wie VW-Boss Martin Winterkorn deutlich mehr kassieren: Der Vorstandschef von Europas größtem Autobauer hatte für das Rekordjahr 2011 rund 17 Millionen Euro zugesagt bekommen.

Bar ausgezahlt bekommt Ackermann zunächst 1,75 Millionen Euro, der Rest sind vom Geschäftserfolg abhängige Komponenten und eine für spätere Jahre zugesagte Barvergütung. Da diese sogenannte hinausgeschobene Barvergütung von noch gut drei Millionen Euro erst bei Auszahlung in die Gesamtbezüge einzurechnen ist, weist der Frankfurter Dax-Konzern Ackermanns Jahresbezüge für 2011 "nur" mit insgesamt rund 6,3 Millionen Euro aus.

Ackermanns Nachfolger Anshu Jain verdiente in der Gesamtschau erneut besser als sein Noch-Chef, obwohl es im Investmentbanking im vergangenen Jahr nicht rund lief. Jains Bezüge belaufen sich auf rund 9,8 Millionen Euro, ausgezahlt bekommt er davon zunächst 1,25 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor kam Spitzenverdiener Jain auf knapp 12 Millionen Euro. Es ist bei Großbanken durchaus üblich, das Top-Investmentbanker mehr verdienen als ihre Vorstandschefs.

Der künftige Co-Vorstandsvorsitzende Jürgen Fitschen, derzeit Deutschland-Chef des Instituts, soll für das Geschäftsjahr 2011 insgesamt 4,2 Millionen Euro kassieren, wie Jain bekommt er davon zunächst 1,25 Millionen Euro ausgezahlt. Jain und Fitschen übernehmen die Führung der Bank zum 1. Juni 2012.

Insgesamt sanken die Vorstandsbezüge bei Deutschlands größter Bank. Laut Finanzbericht erhielten die sieben Mitglieder des Vorstands für das Jahr 2011 Bezüge von rund 26,4 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor waren es - bei damals noch acht Vorständen - rund 32,4 Millionen Euro. In diesen Zahlen ist die für spätere Jahre zugesagte Barvergütung nicht enthalten. Diese beläuft sich für das Jahr 2011 auf noch rund 13,7 Millionen Euro.

Die Deutsche Bank war mitten in der Euro-Schuldenkrise im vierten Quartal in die roten Zahlen gerutscht. Für das Gesamtjahr wurde zwar einen deutlicher Zuwachs des Überschusses auf 4,1 (2,3) Milliarden Euro ausgewiesen. Allerdings war das Vorjahresergebnis durch Kosten für die Postbank-Integration und den Umbau des Investmentbankings stark belastet. Der Vorsteuergewinn stieg 2011 auf rund 5,4 (4,0) Milliarden Euro. Das Rekordziel von zehn Milliarden Euro Vorsteuergewinn hatte das Management wegen der turbulenten Märkte schon im Oktober kassiert.

Trotz der zuletzt spürbaren Entspannung an den Finanzmärkten bleibt die Bank vorsichtig. Eine konkrete Prognose blieb der deutsche Branchenprimus auch am Dienstag schuldig. Mit ihrer weltweit agierenden Investmentbank und dem etwa durch die Postbank-Übernahme gestärkten Privatkundensegment sieht das Unternehmen aber zumindest "stabilere Erträge". Ackermann erklärte: "Wir haben den Übergang zu einem ausgeglicheneren und diversifizierteren Geschäftsmodell mit niedrigeren Risiken auf den Weg gebracht."

dpa