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04:59 25.02.2019
Moderne Fenster können die Energiebilanz eines Hauses verbessern. Außerdem sind sie schalldämmend, schützen vor Sonne und Wind oder erschweren Einbrüche. Quelle: Nestor Bachmann
Frankfurt/Main

Fenster haben eine lange Lebensdauer: 25 bis 30 Jahre sollten sie halten. Viele Hausbesitzer haben ihre Fenster sogar noch länger. Geht Einzelteile irgendwann kaputt, sind Ersatzteile schwierig zu bekommen. Höchste Zeit, über einen Fenstertausch nachzudenken.

"Aber auch bestimmte Bauarbeiten am Haus wie die Wärmedämmung der Fassade, eine Heizungssanierung oder die Modernisierung von Bad und Küche sind Anlässe, die Fenster neu zu planen", sagt Ulrich Tschorn, Geschäftsführer vom Verband Fenster + Fassade in Frankfurt am Main.

Viele nützliche Eigenschaften

Gute Fenster können die Energiebilanz eines Hauses verbessern. "Im Vergleich zu 30 Jahre alten Fenstern sind die Wärmeverluste nur noch ein Viertel so groß", rechnet Hermann Dannecker vor, Vorstand des Deutschen Energieberater-Netzwerks in Frankfurt am Main.

Moderne Fenster bieten außerdem einen guten Wärmeschutz, sind schalldämmend, schützen vor Sonne und Wind, vor Einbrüchen oder sind barrierefrei. Auch Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit oder Tauwasserfreiheit können wichtige Argumente für Bauherren sein. "Sie können heute bedeutend mehr als ihre Vorgänger", sagt Knut Junge vom Institut für Fenstertechnik in Rosenheim. Verbraucher sollten sich klarmachen, welche dieser Eigenschaften für sie wichtig sind.

Sonnenschutz und Wärmedämmung

In Erinnerung an den außergewöhnlich warmen, sonnigen und trockenen

Sommer 2018 legen viele Hausbesitzer verstärkten Wert auf einen guten Sonnenschutz und eine Wärmedämmung, die Hitze draußen hält. Dafür sind zwei Werte wichtig: der Wärmedurchgangskoeffizient des gesamten Fensters (Uw-Wert) und der Gesamtenergiedurchlassgrad (g-Wert).

Die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV) fordert beim Fenstertausch einen Uw-Wert von 1,3 oder niedriger. Die Einheit ist Watt pro Quadratmeter und Kelvin: W/(m²K). Wird nur die Verglasung des Fensters ausgetauscht, ist der Wärmedurchgangskoeffizient für das Glas (Ug-Wert) maßgeblich. Der darf höchstens 1,1 W/(m²K) betragen. Das schützt vor dem Eindringen von Hitze und Kälte gleichermaßen.

Wer einen stärkeren Schutz vor Wärme benötigt, kann Sonnenschutzgläser einbauen lassen. "Getönte Scheiben helfen, im Sommer die unerwünschte Überhitzung zu vermeiden", sagt Tschorn. Die Gläser haben einen besonders niedrigen g-Wert.

Vorausschauend planen

Beim Fenstereinbau selbst ist an künftige Umbauarbeiten zu denken. "Ist später eine Fassadendämmung geplant, sollten gleich schon die Anschlüsse dafür im Laibungsbereich berücksichtigt werden", sagt Tschorn. Danneker rät, die Fenster zudem etwas weiter nach außen zu setzen. Damit ließen sie sich sie später gut in das Wärmedämmverbundsystem integrieren. Das verhindere auch, dass zu tiefe Laibungen entstehen, die Fenster also zu tief eingerückt im Mauerwerk liegen.

Ebenfalls wichtig: Beim Austausch der Fenster sollte immer ein Lüftungskonzept erarbeitet werden. "Wichtig ist, dass die Hausfassade einen höheren Wärmedämmwert hat als das Fenster", so Dannecker.

Wer sich für einen Fensterwechsel entscheidet, muss sich grundsätzlich an die EnEV halten - und deren Vorschriften beachten. "Am besten beauftragt man einen Fachplaner", rät Junge. Laien seien mit der Fenstersuche und Planung überfordert. "Es gibt zahlreiche Normen, unterschiedliche Leistungsklassen, über zwanzig Eigenschaften in der Produktnorm. Da ist es schwierig, durchzublicken."

dpa

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