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7.500 Teilnehmer bei Demo gegen rechts

#wirsindmehr 7.500 Teilnehmer bei Demo gegen rechts

Tausende Menschen sind dem Aufruf der Stadt Marburg und rund 120 Initiativen zur Demonstration gegen Rechtsextremismus gefolgt. Hier halten wir Sie auf dem Laufenden.

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#wirsindmehr-Demo auf dem Marktplatz.

Quelle: Tobias Hirsch

Marburg. Aktualisierung, 22.36 Uhr:  „In Marburg ist kein Platz für Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Rechtsextremismus!“, sagte Marburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) in seiner Rede und machte deutlich, dass niemand ignorieren dürfe, wenn bei einer Demonstration der Hitlergruß gezeigt und Menschen gejagt werden. „Es darf und muss von allen anständigen Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes erwartet werden, dass sie einen Ort, eine Demonstration verlassen, auf der rassistische Parolen skandiert und auf der Gewalt ausgeübt wird“, sagte Spies.

Die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Dr. Elke Neuwohner erklärte: Die Fraktionen im Stadtparlament seien „unzertrennbar einig darin, dass Hass und Hetze nicht das Zusammenleben bestimmen dürfen. Wir Marburgerinnen und Marburger treten gemeinsam ein für eine lebendige Demokratie ohne Hass und Hetze.“

Maximiliane Jäger-Gogoll, Literaturwissenschaftlerin und Friedensforscherin, erntete den stärksten Applaus, als sie mit Blick auf die AfD feststellte: „Es sollte keine Frage sein, dass eine politische Partei am rechten Rand, die mit Hetzparolen agiert und mit den politischen Ängsten der Menschen ihr politisches Süppchen kocht, ein Fall für den Verfassungsschutz ist.“

Aktualisierung, 20.40 Uhr:  Laut Auskunft der Polizei am Abend ist die Demonstration friedlich und ohne Zwischenfälle beendet.

7.500 Menschen haben am Freitagabend in Marburg gegen Rechts demonstriert.

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Aktualisierung, 18.40 Uhr:  "Es ist absolut widerlich, wie die AfD die Vorkommnisse in Chemnitz instrumentalisiert", sagt Simonsky. "Lasst uns dafür sorgen, dass diese Kraft, die sich hier entwickelt, kein Strohfeuer wird."

Aktualisierung, 18.35 Uhr:  Georg Simonsky (SPD) berichtet von dem Angriff auf eine Gruppe aus Marburg am Rande der Demonstration in Chemnitz in der vergangenen Woche: "Einige von uns hatten Todesangst".

Aktualisierung, 18.33 Uhr:  "Dass wir viele sind, haben wir gewusst. Aber dass wir so viele sind, ist überwältigend", sagt Elke Neuwohner (Grüne).

Auftritt Robert Oberbeck. Foto: Tobias Hirsch

Auftritt Robert Oberbeck.

Quelle: Tobias Hirsch

Aktualisierung, 18.25 Uhr: Zwischendurch ein Auftritt von Musiker Robert Oberbeck.

Aktualisierung, 18.05 Uhr:   "Wir wollten zeigen, dass wir mehr sind, und wir sind mehr", begrüßt OB Spies die Menschen auf dem Marktplatz. Applaus brandet auf. "Wir sind mehr" rufen die Demonstranten.

Aktualisierung, 17.58 Uhr:  "Rassismus wird plattgemacht, der Widerstand muss weitergehen, Widerstand, Widerstand", skandieren die Demonstranten vor dem Rathaus.

Aktualisierung, 17.51 Uhr:  Laut Einschätzung der Polizei haben sich 7.500 Menschen zur #wirsindmehr-Demo eingefunden.

Leserfoto von der Demo auf dem Marktplatz. Privatfoto

Leserfoto von der Demo auf dem Marktplatz.

Quelle: Privatfoto

Aktualisierung, 17.44 Uhr:  Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies spricht von 6.000 Menschen, die dem Aufruf zur Demo gefolgt sind. Beim Eintreffen eines Reporters vor Ort war der Marktplatz schon gut gefüllt, während der Zug noch bis zum Rudolphsplatz zurückreichte.

17.40 Uhr: Der Marktplatz füllt sich. Foto: Tobias Hirsch

17.40 Uhr: Der Marktplatz füllt sich mit Menschen.

Quelle: Tobias Hirsch

Aktualisierung, 17.38 Uhr: Anscheinend haben sich unterwegs noch zahlreiche Menschen der Demo angeschlossen. Laut OP-Reportern vor Ort sind mittlerweile mindestens 5.000 Menschen auf dem Marktplatz angekommen.

Aktualisierung, 17.34 Uhr: Nach ersten Schätzungen haben sich zwischen 3.000 und 4.000 Menschen zur Demonstration eingefunden. Der Zug ist aktuell unterwegs in Richtung Marktplatz.

Auch die Philipps-Universität unterstützt den Aufruf zur Teilnahme. „Um ein starkes Zeichen gegen Gewalt und Rassismus zu setzen, wird die Demonstration sehr kurzfristig organisiert“, sagt Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD). Deshalb sei eine verlässliche Schätzung schwierig. „Aufgrund der vielen Anmeldungen von Vereinen, Gruppen und Organisationen als Unterstützerinnen und Unterstützer hoffen wir, dass es eine vierstellige Zahl wird“, so Spies. „Wir freuen uns aber über jeden Einzelnen, der sich mit uns öffentlich gegen Rechtsextremismus stellt“, betonte der Oberbürgermeister.

© WhatsBroadcast

Die hohe Zahl der Unterstützer sei bereits jetzt „ein deutliches Signal der Marburger Stadtgesellschaft in dieser für unsere Demokratie so existenziell wichtigen Frage“, sagte Spies und zog das Fazit: „Marburg steht zusammen gegen Rechtsextremismus.“

Getragen wird der Aufruf vom Magistrat der Stadt sowie vom Stadtparlament mit SPD, CDU, Grünen, Linke, Bürgern für Marburg, Marburger Bürgerliste/FDP und Pirat, also von allen in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien und Gruppen. Auch Landrätin Kirsten Fründt und Kreistagsvorsitzender Detlef Ruffert rufen zur Demonstration auf. Zu den sonstigen Aufrufern gehören unter anderem der Runde Tisch der Religionen, die einzelnen in Marburg vertretenen Religionsgemeinschaften, der Stadtelternbeirat, etliche Marburger Schulen, zahlreiche Selbsthilfeorganisationen, Betriebe und Gewerkschaften.

Das Stadtparlament hatte nach den rechtsextremen Gewaltexzessen in Chemnitz am vergangenen Freitag einstimmig einen Aufruf zur Demonstration verabschiedet. Darin heißt es unter anderem:

„Die Stadtverordnetenversammlung verurteilt die pogromähnlichen Ausschreitungen in Chemnitz. Es ist Aufgabe des Staats, alle Menschen vor Gewalt zu schützen. Zugleich beginnt der Kampf gegen Rechtsextremismus in den Kommunen. Wir sagen deshalb gemeinsam: In Marburg ist kein Platz für rechtsextremistisches Gedankengut!“ Die Aufklärung von Menschen, das Abbauen von Vorurteilen und das Gestalten eines friedlichen Zusammenlebens seien gemeinsame Aufgabe von Kommune und Bürgerinnen und Bürgern.

Die Demonstration beginnt um 17 Uhr vor der Stadthalle und führt über Biegenstraße, Universitätsstraße und Hanno-Drechsler-Platz zum Marktplatz. Die Kundgebung beginnt gegen 18 Uhr. Unter anderem werden der Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies (SPD) und die Grünen-Politikerin Dr. Elke Neuwohner in ihrer Funktion als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin und Georg Simonsky  Reden halten. Simonsky gehörte zu einer Gruppe von Marburgern, die am Sonntag auf dem Rückweg von einer Demonstration gegen die rechtsradikalen Exzesse in Chemnitz überfallen und angegriffen worden war.

von Till Conrad

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