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Marburg Zehn Menschen getötet, 940 verletzt
Marburg Zehn Menschen getötet, 940 verletzt
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17:32 27.04.2018
Im November ist ein 59 Jahre alter Mann auf der B 62 bei Kirchhain frontal mit einem Lastwagen zusammengestoßen. Er starb an der Unfallstelle (Archivfoto). Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Die Zahlen hat die Polizei am Freitagmittag veröffentlicht. Sie stammen aus der Unfallstatistik 2017. Demnach gibt es im Kreis im Wesentlichen zwei Trends. Erstens: Die Zahl der Unfälle steigt. Zweitens: Die Zahl der Verletzten sinkt. 

Pro Tag kracht es rund 13 Mal

2017 gab es im Kreis so viele Unfälle wie seit Jahren nicht mehr: Pro Tag krachte es im Schnitt 13 Mal. Im Vergleich zu 2006 sind das pro Tag etwa drei Unfälle mehr. Die Polizei bezeichnet die Entwicklung als ernst. Für die steigenden Unfallzahlen führt sie vor allem zwei Gründe an: mehr Autos und mehr Wild.

Auf den Straßen im Kreis sei immer mehr los, sagt Bodo Koch, Leiter der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf. Neben einer steigenden Zahl an Fahrzeugen tummelten sich dort auch vermehrt Wildtiere. Und mehr Fahrzeuge plus mehr Tiere bedeute mehr Unfälle, vor allem Wildunfälle. 

Wildunfälle nehmen rasant zu.

2017 war fast jeder dritte, im Kreis registrierte Unfall ein Wildunfall. Die Statistik der Polizei weist einen rasanten Anstieg aus. Am Jahresende waren es 321 (28 Prozent) mehr Wildunfälle als im Vorjahr. 

Zehn Menschen sind 2017 bei Unfällen getötet worden, 940 wurden verletzt. Das sind deutlich weniger Verletzte als noch vor zehn Jahren. Die Polizei führt das auf die zunehmende Sicherheit der Fahrzeuge zurück. 

36 Fahrradunfälle in Marburg

Marburg taucht in der Statistik im Zusammenhang mit Unfällen auf, an denen Fahrradfahrer beteiligt waren. Jeder dritte Fahrradunfall im Kreis trug sich in der Universitätsstadt zu.

Eine Studentin ist im Februar 2017 in der Marburger Bahnhofstraße mit einem Fahrrad tödlich verunglückt. Das weiße Fahrrad erinnerte daran. Archivfoto: Thorsten Richter

Insgesamt ist die Zahl der Fahrradunfälle im Vergleich zum Vorjahr aber gesunken, wie auch die der Motorradunfälle.

Jeder vierte begeht Unfallflucht

Sorge bereitet, dass sich nach wie vor bei etwa jedem vierten Unfall Beteiligte unerlaubt vom Ort des Geschehens entfernen. Und das nicht nur bei Blechschäden, sondern 2017 sogar bei zwei Unfällen mit Todesopfern. 

HINTERGRUND: WILDUNFALL

Sechs Tipps von Thorsten Samsa (Regionaler Verkehrsdienst):

  1. An Wäldern und Feldern: Fuß vom Gas!
  2. Fernlicht einschalten! Dann wirken die Augen des Wilds wie Rückstrahler.
  3. Ein kontrollierter Zusammenstoß ist besser als ein unkontrolliertes Ausweichen! 
  4. Bei Wildwechsel: Abblenden, Lenkrad festhalten, geradeaus fahren, bremsen und hupen!
  5. Vorsicht vor Nachzüglern! Auf ein Tier folgen meist weitere.
  6. Im Falle eines Unfalls: Unfallstelle absichern und die Polizei verständigen!

von Friederike Heitz

Mehr Details und Hintergründe zum Thema stehen am Samstag (28. April) in der gedruckten OP.