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Marburg documenta erwartet 750000 Besucher
Marburg documenta erwartet 750000 Besucher
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18:18 08.06.2012
Kassel

Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet am heutigen Samstag die documenta (13) in Kassel. Das „Museum der 100 Tage“ wird dann bis zum 16. September geöffnet sein. Erwartet werden mindestens 750000 Besucher. Sie können sich von „worldly companions“ - weltgewandten Begleitern - durch die Ausstellung führen lassen, die sich fast über die ganze Stadt erstreckt. „Man muss schon gut zu Fuß sein“, warnte der ehemalige Bundesfinanzminister und gebürtige Kasselaner Hans Eichel (SPD).

Die Teilnehmerliste der 13. documenta umfasst 297 Namen, darunter sind bei weitem nicht nur Künstler, sondern auch Wissenschaftler, Mitarbeiter des Kuratorenteams und Tote wie Salvador Dali. Hauptorte in Kassel sind das historische Fridericianum, die documenta-Halle, die Neue Galerie, die Orangerie und der Karlsaue-Park. Es gibt aber viele weitere Orte wie ein Kino oder ein Hotel. Auch Veranstaltungen in Kabul, Kairo und Kanada gehören dazu. Der Gesamtetat beträgt 24,6 Millionen Euro.

„Die documenta markiert immer wieder die Reflektion über das Verhältnis von Kunst und Gesellschaft. Auch diese documenta wird wieder eine Bühne sein, auf der unsere Auffassungen von Leben in der Gegenwart in eindrucksvoller Weise hinterfragt werden“, teilte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Freitag mit.

In der in- und ausländischen Presse ist die Kunstausstellung unter Leitung der Italo-Amerikanerin Carolyn Christov-Bakargiev schon seit Tagen ein Thema. Die „Documenta art fair“ (BBC) oder auch „global art extravaganza“ (Vancouver Sun) in „the small German city of Kassel“ (GalleristNY) zieht Kreise. Schließlich sei sie „wereldberoemd“ (weltberühmt), schreibt das „Dagblad de Limburger“ aus Maastricht.

Die „New York Times“ vergleicht die documenta überraschenderweise mit dem Eurovision Song Contest, der - „obschon für ein gänzlich anderes Publikum bestimmt“ - ebenfalls als kulturelle Nachkriegs-Initiative betrachtet werden könne.

„Alles an der documenta ist groß“, konstatiert das „New York Magazine“ und wirft die Frage auf, ob Größe wirklich immer ein Qualitätsmerkmal sein muss. Die „Neue Zürcher Zeitung“ konstatiert: „Die Documenta-Zeit hat Kassel im Griff wie ein Malaria-Schub.“ Der Wiener „Standard“ urteilt: „Hinter angekündigter Konzeptlosigkeit findet sich erstaunlich viel Didaktik. Die am Samstag startende Documenta 13 ist weniger provokant geraten als die Ankündigungen ihrer Leiterin vermuten ließen.“ (dpa)

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