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Marburg Zwischen Leiden und Erlösung
Marburg Zwischen Leiden und Erlösung
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17:54 07.04.2014
Auszüge aus Händels berühmtem Oratorium „Messias“ stehen im Mittelpunkt des Passionskonzertes der Kantorei der Elisabethkirche.Archivfoto
Marburg

In nur 24 Tagen hat Georg Friedrich Händel (1685 - 1759) sein populäres Oratorium „Messias“ fertiggestellt, eine gewaltige Leistung angesichts des umfangreichen und vielschichtigen Werkes.

Die Kantorei der Elisabethkirche wird Teile aus dem „Messiah“ singen, und zwar diejenigen, die sich mit der Leidensgeschichte Christi befassen. Darüber hinaus erklingen die Ouvertüre sowie der ergreifenden Schlusschor des Oratoriums.

Gut hundert Jahre nach Händels Messias ist das „Christus“-Fragment von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1847) entstanden. Mendelssohn hatte ursprünglich ein großes Oratorium nach dem Vorbild von Händels Messias geplant, konnte aber vor seinem plötzlichen Tod nur den Passionsteil fertig stellen. Mendelssohn gilt als erster Vertreter der romantischen evangelischen Kirchenmusik.

Als drittes Element kommen im Konzert fünf Passionsmotetten von Heinrich Schütz (1585 -1672) hinzu. Die Motetten sind im Dreißigjährigen Krieg entstanden und zeugen von einem tief empfundenen Zwiespalt zwischen der leidenden Welt und der Hoffnung auf Erlösung.

Der Titel des Konzertes, „Zerrissen“, hat gleich mehrere Bedeutungen, wie Chorleiter Nils Kuppe erläuterte: „Er ist einmal ein Bild für das Fragmentarische des Konzertes.“

Gleichzeitig sei das Zerreißen ein Teil der biblischen Passionsgeschichte, so Kuppe weiter. Im Moment von Christi Tod zerreiße der Vorhang im Tempel vor dem Allerheiligsten von oben bis unten.

Schließlich symbolisiere der Titel die Zerrissenheit des Menschen zwischen Leiden und Erlösung, ergänzte Johann Lieberknecht von der Kantorei der Elisabethkirche.

Die Kantorei probt seit gut drei Monaten für das Konzert, derzeit sind rund 80 Sängerinnen und Sänger aktiv. Bei dem Konzert am 12. April wirken das Elisabethorchester Marburg sowie die Kurrende des Marburger Kinderchors mit.

Solisten sind Hubert Schmid (Tenor) und Esther Frankenberger (Alt), die Leitung hat Bezirkskantor Nils Kuppe.

Das Konzert beginnt um 18 Uhr in der Elisabethkirche, Karten gibt es in der Elisabethkirche.

von Bettina Preussner

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