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Marburg Zwischen Jazz-Bass und Panflöte
Marburg Zwischen Jazz-Bass und Panflöte
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00:15 09.10.2013
Die Musiker von „Color Violeta“ schafften spielend den Spagat, filigrane Basslinien mit der etwas hektischen Charango zu etwas Neuem zu vereinen. Quelle: Jan Bosch
Marburg

Sie war eine der bedeutendsten lateinamerikanischen Künstlerinnen. Violeta Parra zog Mitte des vergangenen Jahrhunderts durch die Dörfer Chiles, sammelte die Lieder der armen Landbevölkerung und komponierte eigene Stücke.

Als Malerin und Bildhauerin stellte sie als erste Frau Lateinamerikas im Louvre aus. Gracias a la vida gilt als die wichtigste Hymne der lateinamerikanischen Protestbewegung und machte Violeta Parras Namen unsterblich. Ihr Stil revolutionierte die chilenische Volksmusik. Die Waggonhalle in Marburg war am Freitagabend vollbesetzt. Die Menschen drängten sich in den Zuschauerraum, um das besondere Konzertereignis in der Reihe „Semana Latina“ zu hören. Zum siebten Mal sorgte das Team der Waggonhalle dafür, dass eine Woche lang die lateinamerikanische Kultur in Marburg lebendig wurde.

Die fünf Musiker von „Color Violeta“ stammen aus Chile, Bolivien, Peru und Kanada. Gekonnt interpretieren sie die Lieder Violeta Paras neu. Zwischen Jazz-Bass und Panflöte arrangiert das Quintett die folkloristischen Lieder der Künstlerin und lässt sie erneut aufblühen, ohne die traditionellen Wurzeln zu vergessen. Modern Jazz meets Latin-Folk.

Perfekt ergänzen sich die tanzbaren Rhythmen des Perkussionisten und künstlerischen Leiters Daniel Emden mit dem traditionellen Gesang von Pedro Díaz.

Der eine wiegt seinen Körper, völlig vertieft in seine Beats, hin und her, der andere besingt, etwas steif wirkend, Menschen, Traditionen und Landschaften Chiles und Südamerikas. Die Musiker erzeugen eine faszinierende Mischung aus inhaltlichem Ernst und virtuoser musikalischer Lockerheit.

Zur Begeisterung des Publikums schaffen „Color Violeta“ spielend den Spagat, filigrane Basslinien mit der etwas hektischen Charango zu etwas Neuem zu vereinen. Eine Hommage großer Musiker an eine große Künstlerin, die die Zuschauer über zwei Stunden in ihren Bann zieht und zu Recht großen Applaus erntet.

von Jan Bosch

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