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Marburg Zweieinhalb Zentner Situationskomik
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14:57 15.11.2013
Wie einst Henry Valentino und Daffi Cramer mit „Im Wagen vor mir“ sind Markus Maria Profitlich und Martine Schrey auf Deutschlands Straßen unterwegs. Foto: A. Wieber
Stadtallendorf

Mit seinem Bühnenprogramm „Stehaufmännchen“, konnte der Kabarettist Markus Maria Profitlich seine Fans voll überzeugen. Es war eine Tour durch die Probleme, die das Leben so mit sich bringt. Darin spiegelte Profitlich den alltäglichen Wahnsinn auf seine ganz spezielle und einmalige Weise wieder.

Schnelles Tempo, makaberer Humor, wortlos stille Pantomime und Situationskomik waren die Zutaten für einen Comedy-Mix vom Feinsten. Ob Straßenverkehr oder Berufsleben, Familienidylle oder die Urlaubsreise, Markus Profitlich und Martine Schrey, die ihn bei verschiedenen Szenen gekonnt unterstützte, machten den stinknormalen Alltag zum reinsten Vergnügen. „Seid ihr gut drauf“, fragte er ins Publikum, um anschließend sofort zu verkünden, dass fotografieren verboten sei und Flaschen nicht mit reingebracht werden dürften, „ausgenommen Ehemänner“, grinste er hämisch und hatte damit die Lacher von Beginn an auf seiner Seite.

Eine große Heiterkeit riefen auch die Fotos aus seiner Kindheit und Jugend hervor, die Profitlich noch in seiner vollen Haarpracht zeigte. Sechs Kinder seien sie zu Hause gewesen und hätten anfangs nur ein Meerschweinchen als Haustier gehabt. Dies sei aber dann auf Grund des Familienzuwachses von einem Hausschwein namens Gerda ersetzt worden, berichtete er sehr überzeugend.

Von seinem ersten Tag als Bofrostfahrer und den Annäherungsversuchen einer Kundin „es gibt schlimmeres als ElfisParfüm“ berichtete er. Dabei brauchte Profitlich keine üblichen Opfer und Schläge unter die Gürtellinie, um ein tolles Programm auf die Bühne zu bringen. Wahre Größe zeigte sich in der Selbstironie. Und davon hatte Profitlich jede Menge, ob als russischer Balletttänzer und Aktionskünstler oder unsensibler Knigge-Coach.

Er ließ die Besucher nicht spüren, dass sie in der Provinz leben, er sagte ihnen es direkt ins Gesicht. „Stadtallendorf ist nämlich ein Dorf bei Langenstein“, stellte er fest.

Vieles wirkte bei ihm allein durch seine körperliche Präsenz und Wucht und durch seine unnachahmliche grimassen-schneidende Mimik. Mit einem Knicks und einer Zugabe bedankte er sich, nachdem ihn das Publikum mit einem frenetisch tosenden Applaus verabschiedet hatte.

von Alfons Wieber

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