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Marburg Zum Lachen in den Keller gehen
Marburg Zum Lachen in den Keller gehen
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17:51 19.07.2012
Mach mir den Balotelli: Eroll (Uwe Lange) gibt den harten Burschen, Helmut (Utz Lambert) schaut staunend zu. Foto: Nadine Weigel Quelle: Nadine Weigel
Marburg

Regisseur Matze Schmidt hat schon Erfahrung mit dem Seelenleben mehr oder weniger echter Kerle - seit Jahren läuft seine Inszenierung „Ladies Night“ erfolgreich in der Waggonhalle. Auch in „Männerhort“ wird das Seelenleben von vier Prototypen der Gattung Mann aufgedröselt, auch wenn es sich zunächst hinter einem Wall aus Dosenbier, Pizza und einer Carrera-Bahn verbirgt.

All das haben Helmut (Utz Lambert), Eroll (Uwe Lange) und Lars (Willi Schmidt) in ihrem Männerkeller gebunkert. Der befindet sich im Keller des Happy-Einkaufscenters, und dorthin ziehen sie sich Samstag für Samstag zurück, um dem Shopping-Rausch ihrer Angetrauten zu entgehen. Löschgruppenführer Mario (Philipp Seitz) will den Keller aus brandschutztechnischen Gründen eigentlich schließen. Doch weil er, der jünger und deutlich proletenhafter ist als die anderen, letztlich ähnliche Probleme mit seiner Angetrauten hat, schließt er sich der Gruppe verhinderter Helden an.

Schnell wird deutlich: Hinter der Testosteron-Fassade verbergen sich massive Probleme, die weit über die Shopping-Krise hinausgehen. Lars‘ Frau droht dem notorischen Fremdgänger ständig mit Selbstmord, Eroll empfindet sich als ewiger Verlierer, Mario weiß nicht so recht, was Liebe ist und Alpha-Männchen Helmut ist längst zu Hause rausgeflogen.

Die vier schwadronieren über die Frauen und die Männerwelt, mal witzig, mal platt. Kristof Magnusson hat mit „Männerhort“ ein Erfolgsstück geschrieben, das über weite Strecken von eher angestaubten Klischees lebt: Männer wollen Fußball gucken, ungesunde Sachen essen und möglichst nicht reden. Frauen wollen Klamotten kaufen, Diät halten und reden ununterbrochen.

Was die wirklichen Probleme zwischen den Geschlechtern oder den Protagonisten sein könnten, das bleibt weit im Hintergrund - der Schwerpunkt liegt auf den Pointen. Und auch wenn am Ende jeder der vier Kerle ein bisschen was von sich verraten muss, so bleibt die Geschichte doch an der Oberfläche und wirkt die Läuterung am Schluss samt Versöhnung mit den Frauen abrupt und aufgesetzt.

Doch „Männerhort“ will wohl auch gar nicht mehr sein als lockere Unterhaltung - manches ist durchaus witzig, manches wirkt für ein so junges Stück wie „Männerhort“ es ist überholt. Wett gemacht wurde das in Schmidts Inszenierung durch das Spiel der vier Prachtburschen, die die vier sehr unterschiedlichen Charaktere mit Witz und Herz verkörperten.

„Männerhort“ ist heute und morgen ab 20 Uhr sowie Sonntag ab 19 Uhr zu sehen, außerdem am 24. und 25. Juli ab 20 Uhr.

Von Heike Döhn

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